Öffentliche Denkmäler in Bochum-Werne

 

Peter Kracht

 

Einführung

Denkmäler werden errichtet, um wahrgenommen zu werden. Sie haben eine Zeichen- und vor allem eine Appellfunktion. Doch bald gehören sie zum alltäglichen Straßenbild. [...] Das memorative Potential des Denkmals wird wieder sichtbar, wenn der Denkmalbestand umstritten und gefährdet ist oder zerstört wird.“1

Die vorstehende Aussage lässt sich auf alle Denkmäler im öffentlichen Raum anwenden, egal, ob sie eine bestimmte zeitpolitische Intention tragen, ob sie einerseits an die Opfer von Kriegen, Gewalttaten und Unterdrückung in jeglicher Form erinnern oder andererseits vergangene oder andauernde Zustände wachhalten oder manifestieren wollen.

Anlass dieses Aufsatzes ist die soeben abgeschlossene Umgestaltung des Ehrenmals an der nördlichen Ecke im Kreuzungsbereich der Heinrich-Gustav- und der Wittekindstraße in Bochum-Werne bei gleichzeitiger Umwidmung in ein Mahnmal und das anhaltende Bemühen, den noch vorhandenen Kopf des ehemaligen Kriegerdenkmals „Germania“, welches nahe dem Werner Amtshaus stand, wieder dauerhaft auszustellen und dadurch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Beide Aktionen haben den Blick wieder stärker auf diese Denkmäler gelenkt.2

Nachfolgend wird der Versuch unternommen, die Geschichte der öffentlichen Denkmäler in Bochum-Werne darzustellen und dabei auf die diesbezüglichen planungs- und baugeschichtlichen sowie die individuellen Verhältnisse vor Ort einzugehen, sofern das aus heutiger Rückschau anhand der noch vorhandenen Unterlagen möglich ist. Darüber hinaus scheint es erforderlich, auch einen kurzen Blick auf den allgemeinen Zeitgeist in den jeweiligen Aufstellungsphasen zu richten, denn diese Erkenntnisse treffen ebenso auf die hiesigen Verhältnisse zu. Abschließend kann sinnvollerweise die Frage nach der Bedeutung dieser Denkmäler in unserer Zeit sowie nach einer möglichen Neuinterpretation bzw. Umdeutung nicht ausgeklammert werden.

 

Zum Denkmalbegriff allgemein und zum Kriegerdenkmal speziell

Nach Brockhaus ist ein Denkmal3 „im weitesten Sinne jeder kunst-, kultur- oder allgemeingeschichtlich bedeutsamer Gegenstand, im engeren Sinn ein zur Erinnerung an bestimmte Personen oder Ereignisse errichtetes Werk der Bau- oder Bildhauerkunst“.4 Über diese Erinnerungsfunktion hinaus soll ein Denkmal „einen Anspruch seiner Urheber, eine Lehre oder einen Appell an die Gesellschaft ableiten und historisch begründen“.5 Fast allen Denkmälern ist gemein, dass sie Ausdruck eines Willens sind und ein öffentliches Bekenntnis ablegen.6 Dabei bleibt die Frage offen, ob die Intention der Errichtung auf dem „Erhoffen und Beanspruchen von Überdauern und Ewigkeit aus purer Eitelkeit, aus unverhohlener politischer Machtpropaganda oder aber aus einfacher menschlicher Würde und Treue hervorgegangen“7 ist. Die zuvor benannte Maxime erfährt eine Begriffserweiterung, indem auch Straßen- und Platznamen8 sowie historische Zweckgebäude9 einbezogen werden.

In der historischen Rückschau kann eine Analyse von Denkmälern „außer Informationen über Formen und Themen auch Rückschlüsse sowohl auf die Interessen und Absichten der Urheber wie auch auf die Situation der Gesellschaft liefern, in der sie entstanden und an die sie sich wenden sollten“.10 Die Deutung des einzelnen Denkmals oder einer Kombination mehrerer Symbolträger gibt Einblick in die Gesellschaftsgeschichte11 und kann „Ausdruck von gesellschaftlicher Pluralität sein, sie kann indes auch Übergänge, Wandlungen und Ungleichzeitigkeit in der Gesellschaft spiegeln“.12 So sind Denkmäler Ausdruck für „das sich wandelnde Geschichtsbewußtsein einer ganzen Region“13 und können die Geschichte mit der Gegenwart vermitteln. Vom Interpretationswandel einzelner Denkmäler wird später noch die Rede sein.

Eine spezielle Form stellen u.a. die Denkmäler und Ehrenmäler für die Gefallenen der Kriege dar. Bereits in der Antike bekannt, wurden sie in der Zeit nach der Französischen Revolution und vermehrt seit dem 19. Jahrhundert aufgestellt. Besonders nach dem Krieg von 1870/71 wurden figürliche Denkmäler errichtet, die häufig die Personifikation der Germania oder der Viktoria darstellten.14 In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war dann ein Wandel vom plastischen zum architektonischen Denkmal zu beobachten.15

Die Kriegerdenkmäler wurden – hier 1915 – von den Angehörigen in der Heimat gewünscht, da bei ihnen „die unerfüllte Sehnsucht nach einer Stätte [brennt], die dem Gedächtnis der Gefallenen geweiht ist, die man mit Blumen bekränzen und an der man beten kann“.16 An diesen Orten drückte sich das „Gefühl ehrfürchtiger Dankbarkeit, von dem die Allgemeinheit beseelt ist“17 aus. Die Kriegerdenkmäler nach dem verlorenen Krieg von 1914/18 sollten – zumindest seit der NS-Zeit – über die Trauer hinaus aus dem Soldatensterben einen Sinn ableiten, was sich auch in Formulierungen wie „Helden“, „Märtyrer“, „Ehre“, „Treue“, „Ruhm“, „Beschützer des Vaterlandes“ etc. widerspiegelte.18 Hier drückte sich Siegeswille aus.19

Zur Platzauswahl bei der Errichtung von Denkmälern sollte eine umfassende „Gesamtkonzeption hinsichtlich ihrer architektonischen und plastischen, landschaftlichen oder städtebaulichen Gestaltung“20 bedacht werden und für die Aufstellung derselben wurde die Lage inmitten der Stadt bzw. Gemeinde, in Verbindung mit öffentlichen Bauten oder in bzw. an einem Volkspark empfohlen.21

Als eine andere Form von Denkmälern sind Epitaphe zu erwähnen. Diese Gedächtnismale oder -tafeln wurden für einen oder mehrere Verstorbene an einer Innen- oder Außenwand oder an einem Pfeiler einer Kirche angebracht.22 Darüber hinaus fanden Gedächtnistafeln im profanen Raum an unterschiedlichen Stellen, an denen sich Menschen trafen oder vorbei kamen.

Über einen langen Zeitraum wurden Denkmäler von „etablierten Kräften, vom Staat oder von ‚staatstragenden‘ Gruppen gebaut“.23 Erst nach Gründung des Deutschen Reiches übernahmen Teile der Bürgerschaft diese Obliegenheit.24 Zumeist waren das die Kriegervereine25, was auch einen Rückschluss auf die Intention und die Sinngebung dieser Denkmäler zulässt.

Erstaunlich hoch ist die große Anzahl von 2,8 Millionen Mitgliedern in Kriegervereinen im Jahre 1913 im Deutschen Reich.26 Im Landkreis Bochum waren in jenem Jahr 5.120 Mitglieder eingetragen, von denen mit Abstand die meisten zu den Vereinen in Langendreer (27,2 %) und in Werne (17,9 %) gehörten.27 Werden die Mitgliederzahlen der einzelnen Ortsvereine ins Verhältnis zur Einwohnerzahl der jeweiligen Gemeinde gesetzt, lassen sich die Mitgliedszahlen je 1.000 Einwohner errechnen. Dabei lässt sich ein hoher Mitgliedsanteil für den östlichen Bereich des Landkreises erkennen: Stockum-Düren 59,9; Laer 53,0; Werne 51,5; Langendreer 51,4; Altenbochum 45,2; Somborn 41,1; Querenburg 38,6; Harpen 36,0; Riemke 29,1; Gerthe 25,1; Hordel 21,0; Weitmar/Neuling 12,0. In Werne verteilten sich 917 Mitglieder auf folgende Vereine: Artillerieverein (64), Gardeverein (59), Kavallerieverein (61), Krieger- und Landwehrverein (703 in zwei Kompanien) und Marineverein (30).

Da die Kriegerdenkmäler nicht Werke „des ganzen Volkes, sondern nur von Interessengruppen und Schichten waren“28, war es nicht jedermanns Sache, die weit verbreitete Zeitmeinung anzunehmen und eine positive Einstellung zu diesen Denkmälern zu entwickeln. Durch persönlich erfahrenes Leid als Familienmitglied eines Gefallenen oder aufgrund einer oppositionellen politischen Einstellung waren auch kritische Stimmen zu vernehmen, die sich gegen die immer größere Zahl der Errichtung von Kriegerdenkmälern aussprachen und sich alternativ z.B. für die Fürsorge der Hinterbliebenen, die sportliche und geistige Ertüchtigung der Volksgenossen durch Schaffung geeigneter öffentlicher Sportstätten auf der einen Seite sowie Büchereien und Lesesäle auf der anderen Seite vorschlugen.29

Grütter bezeichnet das Ruhrgebiet als „eine der dichtesten Denkmal-Landschaften Deutschlands“30 und gibt für die Zeit seit der einsetzenden Industrialisierung in dieser Region vier verschiedene Phasen der Denkmalsetzung mit ihren spezifischen Charakterisierungen an31:

1. Von 1870 bis zum ersten Weltkrieg: Krieger-, Kaiser-, Bismarck-, Industriellen-, Grubenunglücks- und lokalhistorische Denkmäler.

2. Vom Ersten bis zum Zweiter Weltkrieg: Krieger- und Ehrenmäler, Denkmäler zur Erinnerung an den Ruhrkampf, Kapp-Putsch-Denkmäler, Änderung bestehender Denkmäler durch die Nationalsozialisten.

3. Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Ende der sechziger Jahre: durch die Alliierten teilweise Schleifung bestehender Denkmäler und Errichtung von Denkmälern für eigene gefallene Soldaten, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, Erinnerungs- und Mahnmale gegen Krieg und für Frieden, Fortschreibung alter, bestehender Kriegermale aus der zweiten Phase durch Ergänzungen hinsichtlich des Zweiten Weltkriegs.

4. Von den siebziger Jahren bis zur Gegenwart: Gedenktafeln und Gedenkstätten für Opfer des Holocaust, Lokal- und Heimatdenkmäler, technische Denkmäler, Rückbesinnung auf das Industriezeitalter, bis hin zu „Erinnerungslandschaften“, wie z.B. IBA Emscherpark.

Für Bochum-Werne lassen sich hinsichtlich aller vier Bereiche der vorstehenden Typisierung exemplarisch folgende Denkmäler im öffentlichen Raum benennen, die sich entweder noch immer am angestammten Ort befinden oder einstmals vorhanden waren:

Phase 1: die „Germania“, Phase 2: das Kriegerdenkmal, das Denkmal für den Kapp-Putsch, die Epitaphe in den Kirchen und die Gedenkstätten bei den Zecheneingängen, Phase 3: das Kriegerdenkmal und Phase 4: der Anker der Marinekameradschaft (mit Einschränkung, s.u.), das Bergbau-Erinnerungsmal, die Förderwagen und diverse Erinnerungstafeln.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt beim Kriegerdenkmal „Germania“ und dem Ehrenmal; die anderen Denkmäler werden mehr oder minder kürzer behandelt. Die Reihenfolge entspricht etwa der Chronologie ihrer Aufstellung. Einzelne, individuelle Grabmale auf dem hiesigen Friedhof sowie alle anderen, in die Denkmalliste der Stadt Bochum eingetragene Objekte bleiben unberücksichtigt. Eine Analyse hinsichtlich der künstlerischen Wirkung oder dem Gebrauchswert der behandelten Denkmäler wird nicht erstellt.32

Zur Nomenklatur sei angemerkt, dass im allgemeinen Sprachgebrauch Denkmäler für die Gefallenen der Kriege 1864, 1866, 1870/71 und 1914/1918 langläufig als „Kriegerdenkmal“ und solche für die Opfer beider Weltkriege als „Ehrenmal“ bezeichnet werden. Der Begriff „Mahnmal“ taucht in der allgemeinen Akzeptanz erst seit den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts auf.33

 

Das Kriegerdenkmal „Germania“

Der synonyme Begriff „Germania“ steht sowohl für die „literarische, meist geographisch akzentuierte Bezeichnung Deutschlands“34 als auch für deren personifizierte, weibliche Symbolgestalt.35 Dabei wurzeln die literarischen als auch die bildnerischen Darstellungen gemeinsam in der Antike.36 Hingegen scheint die Schaffung der Figur der Germania als Denkmal erst mit Ende des 18. Jahrhunderts begonnen zu haben.37 Nicht zuletzt mit dem Wachsen des nationalen Gedankens als Folge der Befreiungskriege von 1813/14, des Vormärz, der Revolution von 1848, des Preußisch-Österreichischen Krieges von 1866 und der Reichsgründung 1871 wurde 1877 mit dem Bau des Niederwalddenkmals38 bei Rüdesheim am Rhein begonnen, welches 1883 eingeweiht wurde und als „das Nationaldenkmal des wilhelminischen Kaiserreichs [...] und ausschließlich der Einigung des Deutschen Reiches“39 galt.40 Unter dem Aspekt seiner ursprünglichen Bestimmung – und nicht als Siegerdenkmal gegen Frankreich – ist die markante Symbolik des gesenkten Schwertes zu deuten.41 Doch bereits bei der Grundsteinlegung zeigte sich eine beginnende Uminterpretation durch Wilhelm I.: „den Gefallenen zum Gedächtnis, den Lebenden zur Anerkennung, den zukünftigen Geschlechtern zur Nachahmung!“.42 Das Friedens- und Nationaldenkmal mutierte zum Siegerdenkmal.43

Die „walkürenhafte Germania – mit Eichenlaub bekrönt, auf dem Harnisch den Reichsadler, in der Linken das gesenkte Schwert, doch emporgehoben in der Rechten die in Wirklichkeit gar nicht vorhandene deutsche Kaiserkrone – prägte den Typ, der fortan als Symbol des Reiches überall begegnete“.44

Diese „Allegorie auf den kleindeutschen Nationalstaat“45 galt als Prototyp für „tausende von Germania-Figuren“, denn in der Folgezeit „setzt[e] gerade ein ‚Boom‘ der Germania-Denkmäler ein“.46

Bei der Vielzahl der einzelnen Denkmäler konnte es dazu kommen, dass „völlig eklektizistische Gestalten [entstanden], die Grundform, Attribute und Motive aus gänzlich unterschiedlichen Bereichen zusammentrugen“.47 Fast immer wurde eine mit Eichenlaub48 gekrönte Standfiguren mit den kriegerischen Attributen (Schwert, Schild, Fahne), der Reichskrone und einem Lorbeerkranz als Gedächtnis der Gefallenen errichtet.49

Durch diese Germania-Darstellungen sollte das Nationalgefühl gestärkt werden, „durchweg im Sinne des monarchischen Prinzips: Treu und fest zu Kaiser und Reich!“.50 Das führte – im Gegensatz zu den Denkmälern früherer Zeit – nun in der Bevölkerung zu einer stärkeren Identifikation und dem Resultat, dass die örtliche Verwaltung und häufig auch Gesang-, Turn-, Schützen- und Kriegervereine die Denkmalsetzung und -pflege übernahmen.51

In Westfalen wurden für die Gefallenen der Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 bis 1881 insgesamt 127 Denkmäler errichtet, wobei der Anteil in den evangelischen und gemischt konfessionellen Landkreisen enorm höher lag (113 Denkmäler), als der in den rein katholischen (14 Denkmäler).52

In einer Auflistung53 aus dem Jahre 1881 waren im Landkreis Bochum – auf das heutige Gebiet von Bochum bezogen – bereits mehrere Kriegerdenkmäler in unterschiedlichen Säulenformen vorhanden. Sie trugen einen Adler, ein Kreuz oder einen Reichsapfel und erinnerten an die gefallenen Soldaten der jeweiligen Gemeinde in den Kriegen zwischen 1813/14 und 1870/71.

In der zuvor erwähnten Liste sind zwei Germania-Denkmäler genannt, von denen sich eine in Wiemelhausen und eine in Werne befand. Die Wiemelhauser Germania stand auf einer Zinksäule.

Das hiesige Germania-Denkmal wurde durch die politische Gemeinde zur Erinnerung an die in den Kriegen 1866 und 1870/71 gefallenen Soldaten54 Wernes errichtet und am Sedanstag55 des Jahres 1879 enthüllt.56 Es stand auf der Landspitze, die durch die heutige Kreyenfeldstraße und die Wittekindstraße gebildet wird; die Vorderfront war etwa gegen Osten ausgerichtet.

Das im Grundriss quadratische Postament aus Teutoburger-Wald-Sandstein hatte eine Höhe von 9 Fuß und 10 Zoll, das entspricht 3,0 m.57 Grundlage bildete ein dreistufiges Podest, dessen untere Stufe eine Kantenlänge von ca. 3,0 m und die obere von ca. 1,9 m hatte.

Auf diesem lag ein Sockelstein mit den ungefähren Abmessungen von ca. 1,5 m Kantenlänge und ca. 0,5 m Höhe. Darauf stand der eigentliche Denkmalsockel mit einer Kantenlänge von rund 1,4 m und einer Höhe von etwa 2,0 m. An diesem Bauteil waren auf allen vier Seiten jeweils ein quadratischer Steinspiegel mit der Kantenlänge von etwa 70 cm in den Denkmalsockel eingelassen, die Inschriften trugen.58 Auf der Frontseite: „Wer muthig für sein Vaterland gefallen, / Der baut sich selbst ein ewig Monument / Im treuen Herzen seiner Landesbrüder; / Und dies Gebäude stürzt kein Sturmwind nieder.“ Auf der Rückseite: „Gott schütze Germania´s Heldensöhne.“ Auf der rechten Seite standen die Namen59 der Gefallenen und auf der linken Seite: „Ihren tapferen Kriegern, die Gemeinde Werne.“60

Über dem Postament erhob sich die Germania aus Gildehauser Stein mit einer Höhe von 7 Fuß und 6 Zoll, umgerechnet 2,30 m.61 Das linke Bein hatte sie etwas angewinkelt und dadurch leicht erhöht abgestellt. Sie trug ein bodenlanges Gewand, welches im oberen Bereich glatt und brustbetont und von der Hüfte ab faltenwerfend bis zum Boden reichte. Ein vorne geöffneter, langer Umhang bedeckte ihre Schultern und lag locker auf dem Postament auf. Das nach hinten offen getragene, gelockte Haar überdeckte den Umhang im gesamten Schulterbereich und das nach vorne rechts gesenkte Haupt war mit einem Eichenlaubkranz gekrönt. In der rechten Hand hielt sie vor sich einen Lorbeerkranz in Hüfthöhe. An der linken Seite hatte sie neben ihrem angewinkelten Bein ein Schild abgestellt, auf dem ihre Hand aufgelegt war. Ob sie zusätzlich an ihrer linken Seite ein gesenktes Schwert hielt, welches mit der Spitze auf dem Boden aufstand, ist aus den vorhandenen Fotos nicht eindeutig auszumachen und scheint wenig wahrscheinlich.62

Im Gegensatz zu vielen anderen Germania-Darstellungen, die ihr Haupt weitblickend gerichtet trugen und in einer Hand die Krone hoch erhoben zeigten – so auch beim Denkmal im benachbarten Langendreer –, ist die hiesige Allegorie dem stehenden, trauernden Typus zuzuschreiben63, wobei die Haltung als grundlegendes Kriterium anzusehen ist und das Adjektiv „weniger das Gefühl, sondern die daraus resultierende stereotype Gestik und Mimik benennt.“64

Die geneigte Kopfhaltung, der gesenkte Blick, das abgestellte Schild, das wohl fehlende Schwert und der nur wenig angehobenen Lorbeerkranz verweisen auf den Charakter einer Gedenkstätte für die Gefallenen und grenzen es gegenüber der anderen Darstellungskategorie mit einer eher selbstbewussten, überlegenen Siegerpose ab. Möglicherweise liegt das daran, dass es sich bei der Werner Germania um eine relativ früh errichtete Statue handelte und die später weitverbreitete Vorlage der Germania auf dem Niederwald zum Zeitpunkt der Denkmalsetzung in Werne erst im Bau und noch nicht fertiggestellt war. Gewiss hatten sich die Gemeindevertreter als Errichter und Finanziers des hiesigen Denkmals ganz bewusst für die trauernde Darstellungsart entschieden.65

In Langendreer wurde die dortige Germania66 1886 nahe der südwestlichen Ecke des Marktplatzes aufgestellt67 und kam am 16. November 1981 ins Stadtarchiv Bochum, um einem weiteren Verfall durch Verwitterung vorzubeugen.68

Im Jahre 1897 wurde Wernes altes Kapellen- und Schulgebäude im Rücken der Germania abgerissen und das Gelände in eine kleine Grünanlage umgewandelt. Aufgrund der abzusehenden Fertigstellung und Übergabe des neuen Amtshauses am 1. August 1899 änderte sich die Situation der dort zusammentreffenden Straßenführungen durch die Schaffung eines großzügigen Kreuzungsbereichs, so wie er heute noch vorzufinden ist.69 Hierzu wurde die Germania abgenommen, renoviert und nach Fertigstellung der Straßenbauarbeiten in der Grünanlage, die „von den Bewohnern als Erholungsstätte benutzt“70 wurde, wieder aufgestellt.

Abbildung 1 zeigt die Situation nach der Neuaufstellung im Jahre 1899. Bei intensiver Betrachtung der vergrößerten vorderen Texttafel fällt auf, dass eine andere Inschrift zu lesen ist, als zuvor angegeben. Nunmehr ist hier die Parole der konservativ-militärischen Landwehrvereine71 „Mit Gott für König und Vaterland“ zu erkennen. Möglicherweise wurde der Text im Rahmen der Renovierung ausgewechselt. Ein genauer Nachweis oder gar eine Begründung hierzu sind dem Verfasser nicht bekannt.

Nur wenige Meter weiter westlich ihres ursprünglichen Platzes stand die Germania, bis sie am 15. März 1944 bei einem Luftangriff von ihrem Sockel stürzte und vollständig zerbrach. Dabei rollte der Kopf die Wittekindstraße hinunter und wurde von den Eheleuten Dembeck aufgelesen und in deren Garten aufbewahrt.72 Seit Januar 2002 befindet er sich in der Obhut des Verfassers dieses Artikels, der sich um eine Wiederaufstellung in möglichst naher Entfernung zum Originalplatz und geschützt vor Witterungseinflüssen und Vandalismus bemüht, um ihn als historisches Relikt der damaligen Zeit wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.73 Eine dauerhafte Installation im Flur des Werner Amtshauses wurde von der Mehrheit des Bezirksparlaments ebenso abgelehnt, wie eine bauliche Integration in das Werner Ehrenmal beim diesjährigen Umbau desselben.74

 

Gedenktafeln

Eine Sonderform des Kriegerdenkmals stellt ein Kriegerepitaph dar, ein tafelartiges Kriegermal, eine Gedächtnis- bzw. Gedenktafel.75

Bereits 1813 war die Anbringung solcher Tafeln von höchster Stelle geregelt.76 In dieser Tradition steht auch der Epitapherlass vom 2. September 1873, in dem Wilhelm II. anregte, „daß in jeder Kirche eine Tafel errichtet wird, welche in dem Gedächtnis der in den letzten Kriegen auf dem Felde der Ehre Gefallenen gewidmet ist und die Aufschrift erhält: ‚Aus diesem Kirchspiel starben für König und Vaterland‘. – Dieser Aufschrift würden sodann die Namen aller zu dem Kirchspiel gehörig gewesenen Gefallenen zur Folge haben“.77

Wahrscheinlich angeregt durch den momentan stattfindenden Krieg und die dadurch zu erwartenden Kriegstoten wurde 1915 auf die vorhandenen Erinnerungszeichen für die Gefallenen des Krieges von 1870/71 in den Gotteshäusern beider Konfessionen hingewiesen und das Verlangen ausgesprochen, in den Kirchen mehr Platz für weitere Gedächtnistafeln bzw. -stätten bereitzustellen, „sei es zum Gedächtnis einzelner Helden, sei es um wichtige Ereignisse des Krieges, Schlachten, an denen die heimischen Regimenter ruhmreichen Anteil genommen, der Nachwelt zu überliefern“.78 Sie sollten jedoch nicht vor Beendigung des Krieges angebracht werden.79

In Werne befanden sich jeweils in beiden Kirchen Epitaphe. In der 1896 eingeweihten evangelischen Kirche waren vor dem Chorbereich rechts und links im Kirchenschiff oberhalb der Fenster Gedenktafeln für die Gefallenen angebracht. In einer Festschrift der Kirchengemeinde aus dem Jahre 1921 sind die 348 „gefallenen Helden unserer Gemeinde“ namentlich in alphabetischer Reihenfolge sowie mit deren militärischen Dienstgraden, Berufen und Sterbedaten aufgelistet.80

In der 1910 eingeweihten katholischen Kirche wurde 1920 eine Kriegergedächtnistafel aufgehängt.81 Es handelte sich um eine allegorische Jugendstil-Darstellung der Worte Jesu (Mt 11,28): „Kommet alle zu mir, die ihr mit Mühsal beladen seid, ich will euch erquicken“. Ob der Ort der Aufhängung nahe der Pieta und unter einem von fünf Fenstern, die die sieben Schmerzen Marias symbolisieren, bedacht gewählt worden war oder zufällig geschah, ist wohl nicht mehr auszumachen. Die Pieta zeigt Maria mit dem vom Kreuz abgenommenen Sohn im Schoß und ist ein Bild für die Klage um den Toten.82 Nach der teilweisen Zerstörung der Kirche im Zweiten Weltkrieg und dem Wiederaufbau wurde an selber Stelle eine Gedächtnisinschrift für die gefallenen Soldaten beider Weltkriege angebracht, die bei der Renovierung im Jahre 1983 entfernt wurde. Der Text lautete: „Gedächtnis / zu Ehren unserer Kriegsopfer / 1914-1918 / 1939-1945 / Ruhet in Gottes heiligem Frieden“. Unweit der ehemaligen Gedächtnisstätte befindet sich auch heute noch „eine Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewalt und für unsere Verstorbenen“.83

Eine eigene Gedenktafel ließ der Katholischen Männer-Gesangverein und Kirchenchor Cäcilia für seine sieben gefallenen Mitglieder durch den Künstler Dominikus in Paderborn fertigen. „Das von dem Motto ‚Das Herz der Kunst, dem Vaterland das Leben‘ umgebenen [sic!] Mittelstück des Bildes zeigt oben in den Wolken die hl. Cäcilia, die Orgel spielend. Ihre himmlischen Weisen rufen die sieben Sänger aus den Gräbern. Andächtig lauschend, erheben sie still bittend ihre Häupter zu ihrer Patronin. Cäcilia ruft ihre Getreuen in den Himmelschor, wo sie nun das ewige Alleluja mit anstimmen sollen. Darunter stehen die Namen der sieben Gefallenen und der Tag ihres Heldentodes. Umrahmt wird das Mittelstück von singenden Engeln. Die beiden letzten, die den stimmungsvollen Abschluß bilden, begleiten Gesang und Orgelspiel mit der Harfe. Das Ganze ruht auf einer breiten Basis, Liebe und Verehrung des Vereins versinnbildelnd [sic!]. Sie trägt die Inschrift: ‚Ihren lieben, treuen Vereinsmitgliedern in dankbarer Erinnerung gewidmet.‘ Der Kirchenchor Cäcilia, Werne, Kreis Bochum.“84 Die Gedenktafel wurde am 11. Oktober 1921 in einer „schlichten, eindrucksvollen Feier, zu der die Angehörigen der Gefallenen geladen waren“85 eingeweiht. Der Ort der Anbringung ist nicht mehr überliefert.

Doch nicht nur an kontemplativen Plätzen, sondern auch an profanen, eher der Vergnüglichkeit zuzuordnenden Örtlichkeiten waren ebenso Gedenktafel für die Gefallenen zu finden, wie das Beispiel einer Werner Gaststätte zeigt. Im Wirtshaus „Zur Deutschen Flotte“ – heute Werner Hellweg 502, dort befindet sich nun eine Filiale der Handelskette Aldi –, dem damaligen Vereinslokal des Sport- und Turnverein Werne 06 e.V., wurde am Buß- und Bettag 1926 im Rahmen einer theatralisch inszenierten „erhebenden Trauerfeier“ eine weiße Gedenktafel aus Marmor für die 52 gefallenen, ehemaligen Vereinsmitglieder enthüllt.86 Im Hinblick auf die verstorbenen Kameraden interpretierte der Vereinsvorsitzende in seiner Rede die neu angebrachte Tafel sinndeutend: „‚Ihr Geist lebt‘, so möchte ich die Tafel überschreiben. Sie ruft uns zu: ‚Ehrt uns dadurch, dass Ihr Euer ganzes Sein in den Dienst unseres schwer geprüften Vaterlandes stellt.‘ Dann kommt einmal der Tag, wo über jeder Sorgennacht des einzelnen wie über alle Wolken, die den Himmel unseres Volkes nach verdunkeln, unseres Herrgotts Sonne aufgeht, wo sie scheint über einem Deutschland hoch in Ehren.“ Der Verein hatte an diesem Tag zum dritten Mal zu einer „Gefallenen-Gedächtnisfeier“ eingeladen.

 

Das Denkmal für die März-Gefallenen

Nahe der Trauerhalle auf dem Werner Friedhof befindet sich in nördlicher Richtung das Denkmal für die Opfer des Kapp-Lüttwitz-Putsches im März 1920.87 In Werne waren dies Paul Garde, Emil Ritzauer und Gottlieb Tomaschewski.88 Ritzauer und Tomaschewski wurden am 19. April 1920 auf dem Marsch nach Dortmund „verhaftet, halbtot geschlagen und bei einem ‚Fluchtversucht‘ erschossen. Sie [wurden] am nächsten Tag ‚furchtbar verstümmelt‘ aufgefunden.“89

Das Denkmal wurde in den zwanziger Jahren an dem Ort aufgestellt, wo es heute noch zu finden ist. Der rote, etwa 1,9 m hohe und 65 cm breite und ebenso tiefe Sandstein trägt die Inschrift: Das Leben nahmen sie uns / aber nicht den Geist. / Zum Gedenken an die Freiheitskämpfer 1920 / Sei ein Rebell – auf zur Tat.90

Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde der Gedenkstein Anfang 1933 aus der Verankerung gerissen und sollte zerschlagen werden.91 Doch Friedhofsarbeiter versteckten den Stein im Keller der Friedhofskapelle, die damals in der Mitte des alten Friedhofteils stand.

Nachdem das Denkmal nach Kriegsende im Jahre 1946 wieder am ursprünglichen Platz aufgestellt worden war, wurde es durch zwei neue hochstehende, flache Steine mit den ungefähren Abmessungen 47 cm x 60 cm ergänzt und sollte forthin zusätzlich auch an die Opfer des spanischen Freiheitskampfes von 1936-1939 und des antifaschistischen Widerstands gegen die Nazidiktatur aus den Bochumer Stadtteilen Langendreer und Werne erinnern.92

Seit 1947 führte jeweils am letzten März-Sonntag ein Demonstrationsmarsch vom Werner Marktplatz zum Märzgefallenendenkmal, um dieser Gefallenen zu gedenken. 1970 war die Teilnahme auf ein Minimum von vier Personen gesunken, lag zwei Jahre später jedoch wieder bei rund 150 Teilnehmern.93 Bis heute findet die von der Kreisvereinigung Bochum der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) organisierte Mahn- und Gedenkkundgebung mit Kranzniederlegung in gewohnter Form statt, an der in diesem Jahr rund 40 Teilnehmer anwesend waren.94

 

Das Ehrenmal

Wie lange die Pläne zurückreichen, ein Kriegerehrenmal für die „im Weltkrieg 1914-1918 gefallenen Väter und Söhne des Ortsteils Werne“95 zu errichten, lässt sich nicht exakt bestimmen. Belegt ist hingegen, dass sich die Idee dazu auf einem gemeinsamen Fest der örtlichen Kriegervereine am 6., 7. und 8. August 1927 konkretisierte.96 Das erwirtschaftete Geld war „für die Errichtung eines Kriegerehrenmals bestimmt“.97 Ende September 1927 luden die „vereinigten Militärvereine“ zur Gründung des Vereins „Kriegerehrenmal“ in das Werner Lokal Kraney ein.98 Spontan trugen sich 60 Mitglieder ein; dem Vereinsvorstand gehörten zehn Männer und zwei Frauen (!) an.99 Als finanzieller Grundstock wurde der Reinerlös des zuvor genannten Festes in Höhe von 1.800 Reichsmark eingebracht. Und es wurde betont, „daß gerade die militärischen Vereine sich mit lebhafter Bereitschaft für das hohe Ziel einsetzten“.100

Die Aufgaben des Ehrenmalvereins bestanden in der Suche und Auswahl eines geeigneten Standorts, der Beschaffung der erforderlichen Mittel, der Realisierung und der Ausführung des geplanten Denkmals.

Eine kontinuierliche, erfolgreiche Arbeit des Vereins scheint nicht stattgefunden zu haben, was aus verschiedenen Äußerungen zu entnehmen ist. So erwähnt der Bochumer Anzeiger im Juni 1930 „eine Periode merkwürdiger Stille“101 und rückblickend wird berichtet, dass der Verein „durch viele Tiefen“102 geschritten ist und es manches Mal schien, „als ob der ganze Plan zum Scheitern verurteilt sei“.103 Immerhin zog sich der Zeitraum zwischen der Gründung des Vereins und der Fertigstellung des Ehrenmals ziemlich genau zehn Jahre hin.104

 

Platzfrage

Wahrscheinlich wurde von Anfang an der Platz des heutigen Standorts favorisiert. Auf einem Teil des Geländes zwischen der Wittekindstraße (damals in diesem Bereich Mittelstraße), der Heinrich-Gustav-Straße (in diesem Bereich Roonstraße) und der Boltestraße (Heidestraße) befand sich vormals der Hof Börnecke zentral im ehemaligen Dorfbereich.105 Nach Aufgabe des Hofes ging das Grundstück in den Besitz der Harpener Bergbau AG über, die es später dem Ehrenmalverein kostenlos überließ.106 Der andere Geländeteil kam später durch ein Tauschverfahren in den Besitz der Stadt Bochum. Im Frühjahr 1929 wurde der Platz planiert und ein Jahr darauf in eine Grünfläche umgestaltet; eine Einfassung mittels einer Bruchsteinmauer sollte folgen.107 Das so gestaltete Terrain fand in „weiten Kreisen der Bürgerschaft“108 allgemeine Anerkennung als zukünftiger Standort für das Ehrenmal.

Daneben bestanden Alternativvorschläge, die sich jedoch nicht durchsetzten: Zum einen die sich im Eigentum der Stadt befindliche gegenüberliegende Landecke, die lange Zeit brach lag und in eine Grünfläche umgewandelt wurde.109 Zum anderen im Einzugsbereich des alten Parks nahe der Straße Am Born (damals Hermannstraße) oder inmitten des neuen Parks an der Kreyenfeldstraße.110

 

Finanzierung

Die Kosten zur Finanzierung des Denkmals sind zum Teil durch Spenden111 gedeckt worden. Der erste Beitrag in Höhe von 1.800 Mark wurde – wie bereits zuvor erwähnt – während der Gründungsversammlung des zuständigen Vereins eingebracht.

Zwei Tage vor der Eingemeindung des Einzelamtes Werne nach Bochum am 1. August 1929 tagte die Amts- und Gemeindevertretung Werne zum letzten Mal.112 In dieser Sitzung wurde dem „Verein Kriegerehrenmal“ aus der Gemeindekasse113 ein Betrag in Höhe von 3.000 Reichsmark für das zu schaffende Denkmal zur Verfügung gestellt und in diesem Zusammenhang die Hoffnung ausgesprochen, „dass die Rechtsnachfolgerin [Stadt Bochum] das Werk fördern möge“.114

Im Frühjahr 1930 erwog man eine große Sammlung und erwähnte eine gesteigerte Vereinstätigkeit durch Auflegen von Bausteinen und Sammellisten; die Baukosten wurden zu diesem Zeitpunkt auf 15.000 bis 18.000 Mark geschätzt.115

Wahrscheinlich haben sich mehr oder minder auch die örtlichen Vereine an diesem Projekt beteiligt. Denn Anfang Mai 1930 schlug der Verkehrsverein Bochum-Werne vor, in seiner kommenden Mitgliederversammlung einen Betrag von 50 bis 100 Mark in den Ehrenmalfonds einzubringen.116

 

Bauplanung und Architekt

Bereits im Oktober 1932 hatte sich der Denkmalausschuss für einen Entwurf des „jungen Bochumer Künstlers Götz, Oskar-Hoffmann-Straße“117 entschieden. Die im Bochumer Anzeiger abgedruckte Skizze wurde in einer Bildzeile wie folgt kommentiert: „Rechts, von einem aufwärts gereckten Schwert gekrönt, erhebt sich der Mahnstein, dessen Flachreliefs mit ihren Kreuzen an die Opfer des Krieges gemahnen sollen. Die eigentliche Denkmalwand weist auf die Kriegsjahre hin, links davon soll eine Tafel in Bronze die Namen der Gefallenen des Stadtteiles Werne, etwa 400, der Nachwelt überliefern. Vor der Denkmalwand ist eine Terrasse angelegt für feierliche Akte, zu der eine Freitreppe hinaufführt. Den Hintergrund bilden schlanke italienische Pappeln. Hübsche Schmuckanlagen sollen den Denkmalsplatz würdig umgeben.“118 Auf der Denkmalwand war zu lesen: Dem Gedenken unserer Gefallenen.

Dieser Vorschlag scheint die Verantwortlichen letztlich nicht überzeugt zu haben, denn im Juli 1933 begann eine Ausschreibung, die einen Schwerpunkt auf den städtebaulichen Aspekt legte und bei der vier Architekten und zwei Bildhauer zur Abgabe von Entwürfen aufgefordert wurden. Eine vorgegebene Höchstsumme durfte dabei nicht überschritten werden. Aus zwölf eingereichten Plänen entschied sich die Jury aus Vertretern der Gaukulturamtes der NSDAP, der städtischen Baubeamten und des Ehrenmalvereins im Oktober 1933 für die Arbeit „Fünf Kreuze“ des Architekten Artur Tachil119. Die „sechs preisgekrönten Entwürfe“ wurden für eine Woche im Jugendheim an der Lütge Heide (früher Friedhofschule120) ausgestellt und darauf hingewiesen, dass bei ihnen „künstlerisch wertvolle Leistungen vorliegen“.121

Der Wettbewerbssieger Tachil122 wurde am 27. März 1903 in (Bochum-)Langendreer als Sohn eines Bergmanns geboren, besuchte zwischen 1921 und 1923 die Staatliche Baugewerbeschule in (Wuppertal-) Barmen/Elberfeld und absolvierte 1924/25 eine Ausbildung zum Hochbautechniker in Strelitz (Mecklenburg). Zwischen 1931 und 1933 war Tachil in Castrop-Rauxel, danach in Hamburg tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er in Soest, wo er in die Wiederaufbauarbeiten der zum Teil zerstörten Petri-Kirche eingebunden war und zuletzt als Architekt an der Oberpostdirektion in Münster, wo er am 21. Mai 1981 starb. Neben anderen Objekten erstellte er u.a. Kriegerehrenmale in Dortmund-Bövinghausen und Düsseldorf.123

Erste Arbeiten zum Bau des Werner Denkmals begannen im Frühjahr 1935, nachdem die Platzfrage endgültig geklärt war und die Mitglieder des Ehrenmalvereins im Oktober 1934 beschlossen hatten, den Verein „Kriegerehrenmal“ ins Vereinsregister eintragen zu lassen.124 Die Erdbewegung von ca. 6.000 m³ wurde zum Teil in ehrenamtlicher Tätigkeit von freiwilligen Helfern geleistet. Zwischenzeitlich schienen die Bauarbeiten geruht zu haben, denn erst im August 1936 wurde berichtet: „Seit einiger Zeit sind die Arbeiten am Ehrenmal wieder aufgenommen.“125 Darüber hinaus erfuhr der Leser, dass eine Einfassungsmauer gesetzt wurde, um das Abschwemmen der Böschung sowie der Anpflanzungen zu vermeiden und das Denkmal nahezu fertiggestellt war.

 

Das Ehrenmal

Das gesamteGelände vor dem Ehrenmal wurde als Aufmarschplatz konzipiert, der vom Kreuzungswinkel Heinrich-Gustav-/Wittekindstraße über Treppenstufen zu erreichen und mit rotbrauner Asche belegt war.126 Die Tiefe von der Treppe bis zum Ehrenmal betrug rund 22 m, die Breite rund 25 m.127 Die zuvor erwähnte Mauer zog sich rechts vom Platz entlang der Wittekindstraße und war in der Mitte durch eine Treppe unterbrochen, die ebenfalls auf das Freigelände führte. Am nördlichen Ende des Platzes stand das altarähnliche, in Mauerwerksarchitektur ausgeführte Ehrenmal in einer Breite von 15,0 m und einer Höhe von 2,0 m, inklusiver einer vorgesetzten, 40 cm hohen Stufe. Die Wandstärke des Denkmals betrug 45 cm. Da das Niveau hinter dem Bauwerk um 1,3 m höher lag als der Aufmarschplatz, verbanden rechts und links beidseitig von flachen Pfeilern flankierte, 4,0 m breite Steintreppen mit jeweils sechs Stufen beide Ebenen. Mit einem Abstand von jeweils ca. 1,6 m waren mittig am Denkmal fünf kopfstehende, U-förmige Säulen mit einer Höhe von 2,5 m und einer Breite von 35 cm angeordnet, die das Bauwerk im rechten Winkel umschlossen; im Bereich oberhalb der Denkmalwand hatten sie eine Gesamttiefe von 1,3 m. Auf deren Forderseite war jeweils ein Kreuz aus „nie rostendem Metall“ mit den Abmessungen 2,4 x 0,3 x 0,04 m angebracht, was zur Namensgebung „Fünf Kreuze“ führte.128 Im oberen, seitlichen Bereich jeder Säule waren von links nach rechts fortlaufend je eine steinernen Jahreszahlen des Ersten Weltkriegs angebracht. Auf der linken Vorderseite wurden zwischen der Treppe und der linken Säule der Schriftzug in Großbuchstaben „Sie starben für Deutschland“ sowie zwischen der rechten Säule und der Treppe der Schriftzug „Treue sei unser Gelöbnis“ in Stein aufgesetzt. Jeweils darunter befand sich ein vorstehender, würfelförmiger Block mit 20 cm Kantenlänge, der zur Aufhängung eines Kranzes gedacht war. Am rechten Treppenaufgang stand die Widmung „Die Gemeinde Werne“. Die gesamte Denkmalanlage mit Muschelkalkplatten129 wurde von der im Ort ansässigen Baufirma Johannes Kaufmann130 ausgeführt. Rund um das Denkmal und den Platz wurde durch die Stadtverwaltung eine weite und freundliche Grünanlage angelegt. Nach Ansicht der Westfälischen Landeszeitung entstand eine Gedenkstätte für die Gefallenen, „die ihr Herzblut auf dem Altar des Vaterlandes vergossen und eine Stätte der Besinnung und Erholung für alle Lebenden“.131

 

Der Geist der Baulichkeit

In der Zeit zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Beginn der NS-Herrschaft wurden in Deutschland mehr als 700 Ehrenmale für die Gefallenen des vorangegangenen Krieges errichtet.132 Dabei lässt sich nicht übersehen, dass sich mit zunehmendem Einfluss von nationalsozialistischer Gesinnung auch die Art der Architektur als Folge dieser Entwicklung andere Formen annahm.

Sie war nun nicht alleine auf den eigentlichen Sinne des Bauwerks ausgerichtet, sondern verfolgte einen allgemeinpolitischen Zweck: die Denkmäler sollten den Grundgedanken des Patriotismus des vorangegangenen Jahrhunderts manifestieren133 und die architektonische und künstlerische Gestaltung diente der Propaganda und Gleichschaltung.134 Gab es auch keine eigentliche, spezifische nationalsozialistische Architektur135, so war sie doch „ein Element der vielseitigen und professionellen Selbstdarstellung und Stimmungsmache des Regimes; sie war Staats- und Stimmungsarchitektur“.136

In gleichem Zeitraum wie das hiesige Denkmal entstanden die großen Nationalgedenkstätten für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in Tannenberg (1924-1927, umgestaltet 1934/35) und das Marineehrenmal in Laboe (1927-1936), bei denen sich Charakteristika – dort im Großen – erkennen lassen, die sich mehr oder minder auch beim Werner Ehrenmal – hier im Kleinen – wiederfinden.137 In beiden auswärtigen Bauwerken spielt „die einfache, unverschnörkelte Architekturform [...] der nationalen Sammlungsstätte [...] und Stätte stiller ‚Besinnung‘ eine zentrale typologische Rolle“.138 Charakteristische Merkmale dieser Zeit sind eine „schwer gedrungene, archaisierende oder neoklassizistische Pfeiler- oder Mauerwerksarchitektur139 [… sowie] einfache Symbolik und Emblematik.[...] Standorte sind gepflasterte Plätze“.140 Man wollte ein Werk schaffen, „das als platzumspannende Baueinheit auf ausschließlich emotionale und sentimentale Weise soziale und nationale Einheit suggerieren soll“.141 Angestrebt war eine „Massenmobilisierung in einem Gesamtkunstwerk von Plastik, Architektur und Massenkommunikation“.142 Das Ziel lag in der „Monumentalisierung von Vergangenheit und Gegenwart, auf ein Verdrängen aller Individualität und aller Momente von Vergänglichkeit und historischer Veränderung. Alles war auf Ewigkeit und Endzeitstimmung angelegt. [...] Jeder Zweifel daran sollte durch Monumentalität des Denkmals erdrückt, der Erinnerungsdiskurs durch Monumentalpropaganda reglementiert werden“.143 Die Schlichtheit des Denkmals sollte die umgebende Fläche dominieren lassen.144 „Der Raum, der uns zur Volksgemeinschaft auffordert, gilt uns mehr als die Figur.“145

Als Schmuckornament diente die Verwendung christlicher Zeichen, nunmehr in „einem nationalistisch-militaristischen und historischen Symbolismus“146. Andere, andernorts häufig verwendete Ornamente wie Eichenlaub, Lorbeer, Fackeln, Adler etc. fehlten am Werner Bauwerk. Das urchristliche Symbol des Kreuzes erfuhr eine Umdeutung im Sinne von „Tat, Leiden für die Tat, Befestigung der Tat in einem dauernden Weiterwirken und Mahnung zu gleicher Tapferkeit an den Nachgeborenen“147 und als Ausdruck der „neuen Einheit bzw. des Daseinswillens der Gemeinschaft“.148 Es wurde zu einem Symbol „für den Treueschwur, der an dieser Stätte immer wieder geleistet werden soll“149 und „für die Überwindung des Todes durch das Selbstopfer“.150

Darüber hinaus ist es aufschlussreich, den Kontext des Artikel „Das Ehrenmal ‚Fünf Kreuze‘“ in der Westfälischen Landeszeitung vom 17. Juli 1937 zu betrachten. Der vorgenannte Aufsatz ist zwischen den Artikeln „Kein Opfer ist größer!“ und „August-Erinnerungen eines Werners“ sowie dem Gedicht „Soldatenfriedhof“ eingebettet, die die Niederlage des Krieges von 1914/18 zu relativieren versuchen, nationalsozialistische Propaganda verbreiten und schon – zumindest jedoch aus der heutigen Rückschau – den Blick auf eine unheilvolle Entwicklung erahnen lassen.

So wie das Kreuz eine nationalsozialistische Interpretation erfuhr, waren auch andere Gesten, Symbole und Redewendungen aus den christlichen Kirchen entlehnt und für die angestrebte Propaganda umgenutzt151, was sich auch in den Reden bei der Eröffnungsfeier zeigt.

 

Einweihungsfeier

Am Sonntag, dem 18. Juli 1937, wurde das Kriegerehrenmal für die 546 Gefallenen152 des Ersten Weltkriegs um 8.30 Uhr feierlich eingeweiht.153 Bei sonnigem Wetter waren die umliegenden Häuser mit Fahnen geschmückt und „Tausende“154 nahmen an der Feier teil. Bereits eine halbe Stunde zuvor begann der Aufmarsch der beteiligten Vereine und Gruppierungen, die sich in einem offenen Viereck vor dem Denkmal und auf dem Plateau oberhalb des Denkmals aufstellten. Neben diversen nationalsozialistischen Verbänden und einer Abordnung von 40 Fahnen waren die Vertreter der Stadt Bochum sowie militärischer und ziviler Institutionen, die Kapelle der Schutzpolizei Bochum, das Rote Kreuz, die vereinigten Männergesangvereine des Ortes, die Schützenvereine, die Kriegerkameradschaften, die Kriegsopfer und Hinterbliebenen sowie die Pfarrer beider Konfessionen vertreten.

Die Begrüßungsansprache wurde vom Vorsitzenden des Kriegerehrenmalvereins, dem hiesigen Landwirt Dietrich Surmann155, gehalten. Daran schloss sich die „Weiherede“ an, die Major von Grünewald als Vertreter des Oberleutnants Blümel vom Wehrbezirkskommando Bochum hielt. Er sprach von den vielen gefallenen deutschen Soldaten im letzten Krieg und erinnerte dann an den gewonnenen Krieg von 1870/71. Er forderte den Anspruch, durch das Denkmal die Gefallenen als Vorbild für die Nachkommenden zu ehren und Zeugnis „für die Opferbereitschaft des Stadtteils“ abzulegen.

Nach dem Lied vom guten Kameraden und Gewehrsalven übernahm der Ortsgruppenleiter der NSDAP, Müller, das Wort und verwies auf das Jahr 1914, „als das wehrhafte deutsche Volk wie ein Mann aufstand, um das Vaterland zu verteidigen. [...] Der Führer [hat] das Banner hochgehalten, das deutsche Volk geeint und damit den Gefallenen das schönste Denkmal gesetzt.“ Weiter mahnte er, „alles einzusetzen für das junge, erstarkende Deutschland“ und schloss mit der Paraphrase: „Unser das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit“.

Nach Dankworten des Vorsitzenden Surmann übergab dieser das Denkmal in die Obhut der Stadt Bochum mit der Auflage, „Hüter und Pfleger dieser Gedenkstätte zu sein“. Stadtrat Loerbroks übernahm im Auftrag des Oberbürgermeisters die Verpflichtung, „das Ehrenmal in guter Pflege zu halten“.

Ein Musikbeitrag und Kranzniederlegungen beendeten die Einweihungsfeier. Anschließend nahmen die militärischen Vereine geschlossen an den Gottesdiensten in den beiden Kirchen teil.

Für den Folgetag war geplant, das Denkmal bei gutem Wetter zwischen 22 und 24 Uhr durch Scheinwerfer anzustrahlen.156

Die Art der Zeremonie und der Duktus der Reden zeugen eindeutig von der Denkensweise der herrschenden Partei. Hier zeigt sich ein Wandel, welcher innerhalb von zehn Jahren zwischen Planungsbeginn und Realisation stattgefunden hatte: Sprach man anfänglich von einem Denkmal für die „im Weltkrieg 1914-1918 gefallenen Väter und Söhne des Ortsteils Werne“, so war nun von Opferbereitschaft und Einsatzwille die Rede, was die Inschrift des Denkmals „Sie starben für Deutschland – Treue sei unser Gelöbnis“ unterstrich.157 So, wie der Denkmal- bzw. Versammlungsplatz sich im Laufe der Jahre verbal in einen Aufmarschplatz gewandelt hatte, so wandelte sich die Intention vom Kriegermal als Gedenkstätte für die Gefallenen zu einem Platz politischer Agitation.158

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Regimes verfügte der Alliierte Kontrollrat die Entfernung aller Baulichkeiten und Symbole, „die geeignet sind, die deutsche militärische Tradition zu bewahren und lebendig zu erhalten, den Militarismus wieder zu erwecken, an die Nazi-Partei zu erinnern oder kriegerische Ereignisse zu verherrlichen“.159 Kriegerdenkmäler, die „lediglich zum Andenken an verstorbene Angehörige regulärer militärischer Einheiten errichtet worden sind“160, waren davon ausgenommen; eventuell NS-typische Symbole und Zeichen mussten jedoch entfernt werden. Da das Werner Denkmal in die letztgenannte Kategorie fiel, blieb es erhalten.

Weil das Kriegerehrenmal durch die häufigen Luftangriffe auf Bochum-Werne beschädigt worden war, kam es im Frühjahr 1955 zur Erneuerung durch die Stadt Bochum.161 Zur gleichen Zeit sprach der damalige Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde, Otto Fastabend, davon, „das Denkmal zum Mahnzeichen werden“162 zu lassen. Bereits seit 1951 wurde auf Bundesebene angestrebt, die bestehenden Denkmäler in Mahnmale umzuwidmen, was jedoch damals – zumindest im Sprachgebrauch – nicht den erwarteten Erfolg zeigte.163

Das „Kriegsgräbergesetz“ vom 27. Mai 1952 schuf den juristischen Rahmen für eine Widmungserweiterung dieser Denkmäler hinsichtlich aller Kriegsopfer. Auf Antrag der Marinekameradschaft Bochum-Werne im Jahre 1966164 wurde zum Gedächtnis an alle Opfer165 des Zweiten Weltkriegs das Ehrenmal im darauf folgenden Jahr um einen steinernen, 20 cm hohen Schriftzug erweitert, der jeweils mittig auf der Fläche zwischen dem zweiten und dem dritten Kreuz aus der Jahreszahl 1939 und zwischen dem dritten und dem vierten aus der Jahreszahl 1945 bestand.166

Alljährlich wird seit 1954 am Volkstrauertag167 unter Leitung der hiesigen Kyffhäuser-Kameradschaft168 eine Gedenkstunde – anfänglich für die Gefallenen, dann für die Gefallenen und die Kriegstoten und seit einigen Jahren für alle Kriegs- und Gewaltopfer169 – am hiesigen Denkmal abgehalten, bei der jährlich im Wechsel eine Ansprache durch einen Geistlichen beider Konfessionen gehalten wird und neben dem Ausrichter auch andere Gruppierungen teilnehmen.170

Im April 1976 veranlasste der vernachlässigte Zustand des Ehrenmals die Bezirksvertretung Bochum Ost, der Stadt zwei Lösungen vorzuschlagen, um den Misstand zu beseitigen: den Erhalt und eine Renovierung des Denkmals oder ein „platzsparendes Mal an einem geeigneten Standort“171 neu zu errichten. Dieses Thema stand ebenfalls auf der Tagsordnung der Sitzung des Bezirksparlaments am 23. September desselben Jahres.172 Im folgenden Dezember lagen dann konkrete Pläne bei der Bezirksvertretung Ost, die vorsahen, „das alte nicht sonderlich attraktive Ehrenmal“173 abzureißen und an selber Stelle ein neues zu bauen. Für dieses Vorhaben wurden DM 20.000 bereitgehalten, wovon für den Abbruch DM 8.000 zur Verfügung standen. Ideen für das neue Ehrenmal sollten durch einen Entwurfswettbewerb gesammelt werden, an dem Schüler des Lessing-Gymnasiums in Langendreer oder von anderen Bochumer Schulen unter Anleitung von Künstlern teilnehmen sollten. Ebenso war an einen weiteren Wettbewerb unter Künstlern gedacht. Entwurf und Ausschreibung sollten bis zu den Sommerferien 1977 abgeschlossen sein. Zu einem Abriss kam es jedoch nicht.

Der zunehmend schlechte bauliche Zustand des Denkmals wurde durch die Kyffhäuser dann wieder seit Anfang der neunziger Jahre beklagt. Nachdem die örtliche Presse ab 1998 über den Verfall berichtete174, wurde das Sanierungsvorhaben forciert und am 15. Dezember 1999 eine öffentliche Versammlung durch die Bezirksvertretung Bochum Ost hierzu abgehalten. Dort entschied man sich zum Erhalt des Denkmals am Standort unter Freilegung der Rückseite, Wegfall der seitlichen Treppen, Verkleinerung der baulichen Anlage und Neugestaltung der Grünanlage im unmittelbaren Bereich.175 Der Vorschlag wurde am 19. Januar 2000 im Bezirksparlament angenommen.176

Die Bauarbeiten begannen am 26. März 2002 unter Mithilfe freiwilliger Helfer einiger örtlicher Vereine.177 Die Arbeiten verliefen zügig und termingerecht, so dass das umgestaltete Denkmal in einer kleinen Feier am 29. Oktober 2002 durch den Bezirksvorsteher Bochum Ost wieder der Öffentlichkeit übergeben werden konnte.178 Es entstand ein mit Muschelkalkplatten verkleidetes Mahnmal, bei dem der mittlere Bereich mit drei Pfeilern und Kreuzen in den alt bekannten Abmessungen erhalten blieb. Die nach außen abschließenden Mauerteile wurden jeweils auf ein Maß von 84 cm reduziert, so dass sich eine Gesamtlänge von rund 5,90 cm ergab.179 In gewohnter Weise wurde am Volkstrauertag dieses Jahres am 17. November die traditionelle Gedenkfeier – diesmal in ökumenischer Weise – abgehalten.180

Zum endgültigen Abschluss der Umgestaltung werden noch zwei etwa 70 cm breite und 40 cm hohe Bronzetafeln mittig auf den Flächen beidseitig des mittleren Kreuzes angebracht. Die eine wird einen Spruch des Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker tragen: „Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird am Ende blind für die Gegenwart“. Die andere soll auf die Umwidmung des ehemaligen Kriegerehrenmals in ein Mahnmal für alle Opfer politischer Gewalt durch folgenden Aufruf verweisen: „Zum Gedenken an alle Opfer politischer Gewalt. Als Bekenntnis zu Frieden, Gerechtigkeit und Toleranz“.181 Ergänzend wird ein erläuternder Text zur historischen Entwicklung des Denkmals am Eingangsbereich angebracht.

Eine Abbildung des Mahnmals ist auf der Rückseite dieses Heftes zu sehen.

 

Gedenkstätten auf der Zeche Robert Müser

In einer Ausgabe der Werkszeitung „Harpen“182 der Harpener Bergbau AG aus dem Jahre 1934 finden sich zwei Abbildungen mit Gedenkstätten auf der Zeche Robert Müser, einmal auf dem Zechenplatz im Eingangsbereich zur Schachtanlage Arnold nahe der Markenkontrolle an der Von-Waldthausen-Straße183 und zum anderen im Eingangsbereich zur Schachtanlage Amalia, heute am nördlichen Ende der Nörenbergstraße.

Das Ehrenmal bei Schacht Arnold bestand aus einer ca. 30 bis 40 cm erhöhten, im Durchmesser etwa 5 m breiten Rotunde aus Bruchstein, welche mit Ausnahme des Eingangsbereichs vollständig von einer flachen, etwa 60 cm breiten Mauer umschlossen war. Die vorgelagerte Stufe am etwa 3 m breiten Eingang war durch zwei kleine Mauerteile rechtwinklig zur umlaufenden Mauer eingefasst. Letztere umzog die Anlage und war gegenüber dem Eingang und jeweils im rechten Winkel dazu auf einer Länge von etwa eineinhalb Metern um einen halben Meter erhöht. Auf der Innenseite dieser drei 2 m breiten Mauerkronen waren längliche Texttafeln eingelassen.

Am Eingang zur Schachtanlage Amalia war auf der westlichen Seite eine Texttafel in eine Mauer eingebaut. Ein kleiner Bereich davor war begrünt.

Da im Artikel der Werkszeitung nicht näher auf diese Denkmäler eingegangen wird, die Texte der Tafeln auf den Fotos nicht lesbar sind und auch sonst keine Angaben zu den Gedenkstätten gefunden wurden, können an dieser Stelle keine weitere Aussagen hierzu gemacht werden. Die zuvor genannten Maße wurden aus der Abbildung geschätzt.

 

Friedhof

Auf dem Werner Friedhof befinden sich drei Grabfelder, auf denen Opfer beider Weltkriege begraben sind. In ihrer Art können die Grabfelder auch als Gedenkstätte angesehen werden.

In nordöstlicher Verlängerung von der Trauerhalle über das Märzgefallenen-Denkmal liegt ein Grabfeld für Gefallene des Ersten Weltkriegs. Zur Zeit stehen dort achtzehn 60 cm hohe und 40 cm breite Steinkreuze mit eingemeißelten Namen sowie Geburts- und Sterbedatum. Teilweise werden auf einzelnen Kreuzen zwei Tote genannt. Die vorgefundenen Sterbejahre beginnen mit 1914 und enden mit 1920. Hinter und im hinteren Bereich links neben den Kreuzen sind plan zur Geländefläche flache, beschriftete Grabsteine zu finden, die größtenteils mit Rasen überwachsen sind.

In nordöstlicher Richtung von der Trauerhalle wurde eine konzeptionell größere kreuzförmige Grabstätte angelegt, in der überwiegend Opfer des Bombenangriffs vom 15. Januar 1945 begraben wurden. Beidseitig des Weges, der sich von einem Findling aus in nördlicher Richtung erstreckt, befanden sich jeweils 52 flache, 80 cm x 40 cm große und ca. 15 cm hohe, leicht nach vorne abgesenkte Grabsteine184, von denen noch auf der westlichen Seite 47 und auf der östlichen 50 vorhanden sind. Jede Platte trägt Namen und Geburts- und Sterbedatum; teilweise sind Doppelnennungen vor-handen, so dass demnach dort insgesamt 21 Personen mehr begraben liegen, als Grabsteine vorhanden sind.

Auf der Fläche im Kopfbereich der kreuzförmigen Anlage stehen in symmetrischer Anordnung in 12 Reihen jeweils drei steinerne Kreuze. Auf den 80 cm hohen und 40 cm breiten Kreuzen sind auf jeder Forderseite zwei Tote und das Sterbejahr 1945 vermerkt; auf einigen ist auf der Rückseite ein weiterer Toter genannt. Die Kreuzarme der Anlage sind als nach Norden hin geöffnete Bögen ausgeführt, und beidseitig mit Gräbern belegt. Oberhalb des westlichen Bogens befinden sich sechzehn Grabstellen für Kriegstote vom 15. Januar 1945 und unterhalb des Bogens zwölf aus den Jahren 1943/44. Oberhalb des östlichen Bogens befinden sich neunzehn und unterhalb siebzehn Gräber für die Januar-Opfer. Auch hier sind Doppel- bis Dreifachbelegungen ausgewiesen.

Weiter nordwestlich von dieser Stätte, nahe des Friedhofsausgangs zur Straße Bramheide, ist ein drittes Grabfeld für Kriegsopfer zwischen 1940 und 1945 erhalten. Diese ruhen links und rechts des länglichen Feldes. An der linken befinden sich dreißig Grabsteine und an der rechten einmal vier und einmal acht, durch eine große Lücke unterbrochen.185

Darüber hinaus befindet sich im Eingangsbereich des Friedhofs an der Straße Auf der Bredde gegenüber der Trauerhalle ein Kreuz aus Spurlatten186, welches am 30. Oktober 1987 im Rahmen einer ökumenischen Andacht eingeweiht wurde an die Verstorbenen erinnern soll, deren Gräber eingeebnet wurden.187

 

Anker

Im Amtshauspark zwischen dem Amtsgebäude und dem Marktplatz wurde in den letzten siebziger Jahren durch die Marinekameradschaft Bochum-Werne 1900 ein Anker aus Norddeutschland niedergelegt, der die Seeverbundenheit dieses Vereins ausdrücken soll. Eine Erinnerung bzw. ein Gedenken an gefallene und verstorbene Mitglieder oder an ehemalige Ziele des Vereins werden damit nicht bezweckt.188 Zwar der Art einem Denkmal ähnlich, vermittelt es jedoch keinen memorativen Inhalt. Daher ist es nicht als solches zu werten, sondern eher als dekorative Zierde anzusehen.

 

Bergbau-Erinnerungsmal

Auf einer kleinen Rasenfläche vor dem Erich-Brühmann-Haus der evangelischen Kirche steht gegenüber dem Amtsgebäude das Bergbau-Erinnerungsdenkmal des Werner Künstlers Paul Epp. Die Form des 2,4 m hohen Denkmals ähnelt einem Fördergerüst. Dabei sind Stützen und Seilscheibe aus Beton gegossen und von zwei rechteckigen und zwei annähernd quadratischen Bronzeplatten eingefasst.189 Die Motive zeigen „bergmännische Tätigkeiten im Grubenbetrieb, wie sie auf den Langendreer- und Werner Zechen während ihres über 100jährigen Bestehens in überwiegender Weise üblich waren“.190 Das sind im Uhrzeigersinn: Streckenauffahrung (südliches Relief, zur evangelischen Kirche gerichtet), Kohlengewinnung mit dem Abbauhammer (westliches Relief), Kohlenladestelle (nördliches Relief) sowie Hauptstreckenförderung und Füllortbetrieb (östliches Relief).191

Die Idee zur Schaffung dieses Denkmals an der Kreyenfeldstraße stammte vom Förderverein Bergbauhistorischer Stätten und realisierte sich überwiegend aus Spenden.192 Das 350 kg schwere Denkmal wurde am 7. Juni 1989 aufgestellt und enthüllt.

 

Erinnerungstafeln und Förderwagen

Zur Erinnerung an den hiesigen Bergbau, der vermutlich um 1755 im damals üblichen kleinen Umfang auf der Stollenzeche Vollmond begann193 und mit der Schließung der Großschachtanlage Robert Müser am 31. März 1968 endete194, stellte der Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. – Arbeitskreis Bochum – an drei Standorten Erinnerungstafeln mit jeweils einem Bild- und Textteil auf. Die Tafel am ehemaligen Eingangsbereich (Markenkontrolle) zur Zeche Vollmond im Bereich Vollmondstraße 47 und die beim ehemaliger Haupteingang zur Zeche Robert Müser, Schacht Arnold, gegenüber dem Haus Von-Waldthausen-Straße 72/74 wurden im Jahre 1967 errichtet. Die Tafel im oberen Bereich der Straße Brandwacht in Höhe der Feuerwehrwache am Werner Hellweg 412 stammt aus dem Jahre 1996.

Darüber hinaus sind auf öffentlichen bzw. halböffentlichen Flächen weitere Exponate zur Erinnerung an den Bergbau zu finden. Hierbei handelt es sich im um eine Seilscheibe und einen Förderwagen195 ohne Beschriftung neben der Erinnerungstafel an der Feuerwache III und um weitere Förderwagen, die ein ungefähres Fassungsvermögen von 1,2 m³ besitzen. Die Seilscheibe mit einem Durchmesser von 2,80 m lagerte einige Jahre auf dem ehemaligen Gelände der ehemaligen Zeche Hannover, bevor sie im April 1996 an ihrem jetzigen Platz aufgestellt wurde. Der frühere Einsatzort der Seilscheibe ist nicht mehr bekannt.196

Ein Förderwagen befindet sich im Eingangsbereich des alten Parks an der Straße zur Werner Heide in Höhe der Boltestraße. Er wurde 1994 vom Knappenverein „Glück Auf“ Bochum-Werne aus Anlass des 110jährigen Bestehens aufgestellt und trägt eine Tafel mit einer kleinen Darstellung der Heiligen Barbara, und der Beschriftung „110 / Jahre / Knappen-Verein / Werne / 1884-1994“.

Ein anderer Förderwagen steht seit Anfang Mai 1996 inmitten des Kleingartenvereins Familienwohl197 bei der Vereinsgaststätte. Er trägt die Aufschrift: „70 Jahre / Kleingartenverein / KGV Familienwohl / Bochum-Werne / 1926-1996“.198

Ein dritter Förderwagen befindet sich an der nordöstlichen Ecke des Kleingartenvereins Sonnenhang199 und trägt die Aufschrift „Glück Auf / KGV Sonnenhang / gegr. 1983“; er wurde zum fünfzehnjährigen Jubiläum Anfang September 1998 aufgestellt.

 

Ausblick

Wie eingangs bereits festgestellt, gewinnt ein Denkmal wieder an Bedeutung, wenn es umstritten und gefährdet ist oder zerstört wird. Dies schlug sich im Vorfeld der soeben abgeschlossenen Umgestaltung des Mahnmals und bei den bisherigen Bemühungen zur Aufstellung des Germania-Kopfes in der Information durch die örtliche Presse nieder. Dazu lagen nur wenige greifbare, konkrete Reaktionen bzw. Meinungsäußerungen aus der Bevölkerung vor,200 doch zeugen die Diskussionen im Vorfeld der politischen Beschlüsse von einer kontroversen Denkensweise und dem Pro und Contra in der Sache.

Hinsichtlich des Ehren-/Mahnmals fanden sich sowohl Befürworter für den gänzlichen Erhalt als auch für einen Abbruch der Baulichkeit. Umso erfreulicher ist das erzielte Resultat, das Denkmal durch die bauliche Umgestaltung und einhergehende Umbenennung in ein Mahnmal den „veränderten Zeitverhältnissen anzupassen“201 und es hierdurch „als Ausdruck der Anerkennung auch von Schattenseiten deutscher Vergangenheit“202 zu bewahren. Positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung nach Fertigstellung der Arbeiten bestätigen eine Akzeptanz und die Richtigkeit der getroffenen Entscheidung. Von einer solchen ist man hinsichtlich des Germania-Kopfes noch entfernt. Auch dieser, als Phönix aus der Asche wieder aufgetauchte Torso, ist aufgrund seines eigenen, individuellen Werdegangs durch die etwa 125 zurückliegenden Jahre als ein authentisches Zeugnis der Geschichte zu klassifizieren und stellt selbst als Fragment so ein neu entstandenes Denkmal dar.203 In dieser Eigenschaft kann er in gleicher Weise zur Mahnung dienen als auch zur sinnvollen Auseinandersetzung mit der damaligen Geschichte anregen. Um so mehr bleibt zu hoffen, dass der Kopf eine angemessene Bleibe im Ortsteil findet und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht wird, denn historische Denkmäler „können ihren Dienst in der Gegenwart nur dann leisten, wenn sie wahrhaftig von der Vergangenheit künden“.204

 

Einen herzlichen Dank an alle Damen und Herren, die mir bei der Vorbereitung dieses Aufsatzes behilflich waren.

1Hans-Ulrich Thamer, Von der Monumentalisierung zur Verdrängung der Geschichte. Nationalsozialistische Denkmalpolitik und die Entnazifizierung von Denkmälern nach 1945, in: Winfried Speitkamp (Hg.), Denkmalsturz. Zur Konfliktgeschichte politischer Symbolik. Eine Einleitung, Göttingen 1997, S. 109-136, hier S. 109.

2 Siehe die Artikel in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, Stadtteil-Zeitung Langendreer-Werne (im Weiteren abgekürzt als: WAZ LW); zum Ehrenmal: 26. Februar und 17. November 1998, 25. Februar, 1. Juli sowie 14. und 16. November 1999, 6. Januar sowie 16. und 23. November 2000, 1. Februar, 14. und 16. August sowie 11. Dezember 2001, 28. März, 9. April, 14. Mai, 24. September sowie 17. und 31. Oktober 2002; zur Germania: 6. August 2001 sowie 24. und 29. Januar 2002; auch im Stadtspiegel Bochum, Lokales Ost, vom 1. August 2001 (Ehrenmal) und 22. August 2001 (Germania); die vorgenannten Zeitungsartikel werden im weiteren Verlauf konkret belegt.

3 Zum Denkmalbegriff allgemein siehe auch Helmut Scharf, Kleine Kunstgeschichte des deutschen Denkmals, Darmstadt 1984, S. 5-24 sowie die Literaturangaben S. 339-343.

4 Stichwort „Denkmal“, in: Brockhaus Enzyklopädie in zwanzig Bänden, 17. Auflage, 4. Band, Wiesbaden 1968, S. 418.

5 Hans-Ernst Mittig/Volker Plagemann (Hrsg.), Denkmäler im 19. Jahrhundert. Deutung und Kritik, München 1972, Vorwort (nicht paginiert). Vgl auch Heinrich Theodor Grütter, Denkmalkultur im Ruhrgebiet – eine Skizze, in: Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, 1/99, S. 33-38, hier S. 35.

6 Grütter, Denkmalkultur, S. 34.

7 Adolf Max Vogt, Das architektonische Denkmal – seine Kulmination im 18. Jahrhundert, in: Mittig/Plagemann, Denkmäler, S. 27-47, hier S. 31.

8 Von den heutigen 84 Straßen- und Platznamen in Bochum-Werne gehen rund 44% auf Flur- und Ortsnamen, 13% auf Personen, 9% auf ehemalige Hofnamen, 6% auf Bergbau und Bergbaubegriffe, 6% auf sonstige historische Begriffe – also zusammen rund 78% – auf Begriffe mit direktem Bezug vor Ort zurück; die restlichen 22% verteilen sich auf Benennungen aus der Pflanzenwelt und allgemeine Begriffe. Siehe Peter Kracht, Adriani, Gosefaut und Salzbach. Straßen-, Flur- und Bachnamen als Einstieg in die Heimatgeschichte von Bochum-Werne, Bochum 1987, S. 14.

9 Für Werne lassen sich exemplarisch folgend konkrete, noch vorhandene Baulichkeiten nennen: Der ehemalige Hof Kohlleppel (Kreyenfeldstraße 7) für die bäuerliche Zeit, das ehemalige Amtshaus (Kreyenfeldstraße 31) für die Zeit des selbständigen Einzelamtes und das Fördergerücht der ehemaligen Zeche Robert Müser, Schacht Arnold, (zwischen den Straßen Arnoldschacht im Westen und Brandwacht im Osten) für die den Ortsteil prägende Bergbauzeit.

10 Mittig/Plagemann, Denkmäler, Vorwort, sowie Vogt, Denkmal, S. 29 und Hans-Ernst Mittig, Über Denkmalkritik, in: Mittig/Plagemann, Denkmäler, S. 283-301, hier S. 289.

11 Mittig/Plagemann, Denkmäler, Vorwort.

12 Speitkamp, Denkmalsturz, S. 8.

13 Grütter, Denkmalkultur, S. 34.

14 Stichwort: „Gefallenendenkmäler und Ehrenmäler“, in: Brockhaus Enzyklopädie, 7. Bd., 1969, S. 9 und siehe Martin Bach, Studien zur Geschichte des deutschen Kriegerdenkmals in Westfalen und Lippe, Frankfurt/Bern/New York 1985, S. 6, sowie Lutz Tittel, Monumentaldenkmäler von 1871 bis 1918 in Deutschland. Ein Beitrag zum Thema Denkmal und Landschaft, in: Ekkehard Mai/Stephan Waetzoldt (Hrsg.), Kunstverwaltung, Bau- und Denkmal-Politik im Kaiserreich, Berlin 1981, S. 215-275, hier S. 215.

15 Zum Übergang vom plastischen zum architektonischen Denkmal siehe u.a. Lutz Tittel, Das Niederwalddenkmal 1871-1883, Hildesheim 1979, S. 103-105 und Hans-Ulrich Thamer, Nationalsozialismus und Denkmalskult, in: Thomas-Morus-Akademie Bensberg (Hrsg.), Historische Denkmäler. Vergangenheit im Dienste der Gegenwart?, (Bensberger Protokolle 81), Bensberg 1994, S. 9-35, hier S. 28.

16 Emil Högg, Kriegergrab und Kriegerdenkmal, Wittenberg 1915, S. 46.

17 Ebd.

18 Sabine Behrenbeck, Denkmale einer Niederlage. Architekturdenkmale zwischen 1926 und 1936 und ihre Symbolsprache, in: Thomas-Morus-Akademie Bensberg (Hrsg.), Denkmäler, S. 69-101, hier S. 71.

19 Thamer, Nationalsozialismus, S. 25-26 und 31. Siehe hierzu auch die „typisch“ nationalsozialistisch geprägten Aussagen von Clemen und Scharfe: Paul Clemen, Der Denkmalbegriff und seine Symbolik. Eine Rede zum 18. Januar 1933, Bonn 1933. Clemen erinnert an die „Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches“ (S. 3) und fährt fort: „Wir gedenken dessen, was wir aus dem Zusammenbruch gerettet haben: des deutschen Staates, des Reichs – gerettet gegen den offenen Vernichtungswillen unserer Feinde und vor allem des einen unversöhnlichen und unbelehrbaren im Westen, [...] gerettet gegen die Gefahr der Zersetzung und der Auflösung aus dem Osten, gerettet gegen den Bund der Zweifelnden, der Selbstsüchtigen, der Auseinanderstrebenden, gegen jede Art von Partikularismus.“ In ähnlicher Intention äußert sich: Siegfried Scharfe, Deutschland über Alles. Ehrenmale des Weltkrieges, Königstein/Leipzig 1938, S. 5-8.

20 Helmut Scharf, Zum Stolze der Nation. Denkmäler des 19. Jahrhunderts, Dortmund 1983, S. 10. Siehe auch: ders., Kunstgeschichte, S. 276; George L. Mosse, Die Nationalisierung der Massen. Politische Symbolik und Massenbewegungen in Deutschland von den Napoleonischen Kriegen bis zum Dritten Reich, Frankfurt/Berlin 1976, S. 85.

21 Högg, Kriegergrab, S. 49-50 und Scharf, Kunstgeschichte, S. 20.

22 Stichwort: „Epitaph“, in: Brockhaus Enzyklopädie, 5. Bd., 1968, S. 610.

23 Thomas Nipperdey, Nationalidee und Nationaldenkmal in Deutschland im 19. Jahrhundert, in: Historische Zeitschrift 206 (1968) S. 529-585, hier S. 531.

24 Tittel, Monumentaldenkmäler, S. 215.

25 Auf Grund der vorgegebenen Thematik würde es an dieser Stelle zu weit führen, näher auf die Geschichte, die Ziele und die Organisation der Kriegervereine einzugehen. Daher wird nachfolgend auf einige grundlegende Beiträge hierzu hingewiesen: Hansjoachim Henning, Kriegervereine in den preußischen Westprovinzen. Ein Beitrag zur preußischen Innenpolitik zwischen 1860 und 1914, in: Rheinische Vierteljahrsblätter 32 (1968) S. 432-475; Dieter Düding, Die Kriegsvereine im wilhelminischen Reich und ihr Beitrag zur Militarisierung der deutschen Gesellschaft, in: Jost Dülffer/Karl Holl (Hrsg.), Bereit zum Krieg. Kriegsmentalität im wilhelminischen Deutschland 1890-1914, Göttingen 1986, S. 99-121; Harm-Peer Zimmermann, „Der feste Wall gegen die rote Flut“. Kriegervereine in Schleswig-Holstein 1864-1914, Neumünster 1989, S. 17-209, 326-358, 400-431, 441-511; Thomas Rohkrämer, Der Militarismus der „kleinen Leute“. Die Kriegervereine im Deutschen Kaiserreich 1871-1914, München 1990; Eckhard Trox, Militärischer Konservativismus. Kriegervereine und ‚Militärpartei‘ in Preußen zwischen 1815 und 1848/49, Stuttgart 1990. Über den Anteil von Polen und Masuren in den Kriegervereinen in der Provinz Westfalen, im Ruhrgebiet und einigen Kreisen dort siehe Christoph Kleßmann, Polnische Bergarbeiter im Ruhrrevier. Soziale Integration und nationale Subkultur einer Minderheit in der deutschen Industriegesellschaft, Göttingen 1978, S. 61 und 272-273.

26 Düding, Kriegervereine, S. 101. Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 war die Gesamtbevölkerung in Preußen mit knapp 40,2 Millionen Menschen angegeben, von denen etwa 19,8 Millionen männlich waren. Siehe Königlich Preußisches Statistisches Landesamt (Hrsg.), Statistisches Jahrbuch für den Preußischen Staat 1913, Berlin 1914, S. 10.

27 Diese und die folgenden Zahlen wurden übernommen bzw. errechnet aus: Kreis-Krieger-Verband Bochum-Land (Hrsg.), Kriegserinnerungen der Veteranen des Kreis-Krieger-Verbandes Bochum-Land, Bochum 1913, S. 596 und Verwaltungs-Bericht des Kreis-Ausschusses des Landkreises Bochum 1911/12, S. 7. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die zugrunde liegenden Bemessungszahlen nicht aus einem, sondern aus zwei aufeinander folgenden Jahren stammen.

28 Mittig, Denkmalkritik, S. 289.

29 Högg, Kriegergrab, S. 53-57.

30 Grütter, Denkmalkultur, S. 36. Bach weist auf eine besonders hohe Denkmaldichte in den Kreisen Bochum und Dortmund hin; Bach, Studien, S. 295.

31 Grütter, Denkmalkultur, S. 36-38.

32 Walter Frodl, Denkmalbegriffe und Denkmalwerte, in: Elisabeth Hütter/Fritz Löffler/Heinrich Magirius (Hrsg.), Kunst des Mittelalters in Sachsen, Weimar 1963, S. 5-13. Zum Beispiel lässt sich der Gebrauchswert eines antiken Theaters steigern, wenn es einer Nutzung zugeführt wird und sich so vom „toten“ in ein „lebendiges“ Denkmal wandelt; ebd. S. 12.

33 Bach, Studien, S. 1.

34 Lothar Gall, Die Germania als Symbol nationaler Identität im 19. und 20. Jahrhundert, in: Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen I. Philologisch-Historische Klasse (1993) Nr. 2, S. 37-58, hier S. 39.

35 Gisela Jaacks, Hermann, Barbarossa, Germania und Hammonia. Nationalsymbole in Hamburger Festzügen des Kaiserreichs, in: Beiträge zur deutschen Volks- und Altertumskunde 18 (1979) S. 57-66, hier S. 61.

36 Ebd. sowie Elke Trzinski, Studien zur Ikonographie der Germania, Recklinghausen 1990, S. 3. In ihrer Studie behandelt Trzinski die Darstellung und die jeweilige Symbolzuweisung der Germania in den Zeiträumen Antike, Mittelalter und Renaissance und datiert ein erstes Auftreten einer Germania-Darstellung für die Zeit des Augustus, S. 249; eine Zusammenfassung und Interpretation ihrer Erkenntnisse in den einzelnen Epochen werden auf S. 249-257 dargestellt, hier im Einzelnen jedoch nicht erwähnt.

37 Gall, Symbol, S. 39 und Trzinski, Studien, S. 255.

38 Zur Geschichte des Niederwalddenkmals siehe Tittel, Niederwalddenkmal.

39 Tittel, Monumentaldenkmäler, S. 224 und 262.

40 Scharf, Kunstgeschichte, S. 209. Gall gibt einen Überblick über die Entwicklungsgeschichte unter Berücksichtigung der jeweiligen Interpretation der Germania-Darstellungen für den Zeitraum des 19. Jahrhunderts. Siehe hierzu: Gall, Germania als Symbol, S. 39-41 sowie ders., Germania. Eine deutsche Marianne? Une Marianne allemande?, Bonn 1993, S. 7-35.

41 Hierzu und zu weiteren Begründungen siehe Tittel, Niederwalddenkmal, S. 78-85 sowie S. 75; Nipperdey, Nationalidee, S. 566; Scharf, Stolze, S. 68.

42 Zitiert nach Tittel, Niederwalddenkmal, S. 84.

43 Ebd., S. 86, 115 und 119. Zur veränderten Sinngebung siehe u.a. die Widmung an der trauernden Germania in Münster (Planung 1872), hier Bach, Studien, S. 175-176.

44 Jaacks, Hermann, S. 62.

45 Scharf, Kunstgeschichte, S. 212. Einen kurzen Abriss zur nationalen Denkmalgeschichte bietet u.a.: Wolfgang Hardtwig, Der bezweifelte Patriotismus – nationales Bewusstsein und Denkmal 1786-1933, in: Thomas-Morus-Akademie Bensberg (Hrsg.), Denkmäler, S. 107-112.

46 Trzinski, Studien, S. 255. Darüber hinaus war die Germania allerorts, z.B. auch auf Medaillen, Briefmarken, Fahnen, Prunkvasen, Tafelaufsätzen, anderen Gebrauchsgegenständen und selbst als Gardinenmotiv, zu sehen. Siehe Jaacks, Hermann, S. 62 und Scharf, Stolze, S. 68.

47 Trzinski, Studien, S. 256.

48 Die Eichen und/oder das Eichenlaub galten als ein deutsches Nationalsymbol. Siehe Jaacks, S. 62.

49 Bach, Studien, S. 177.

50 Tittel, Monumentaldenkmäler, S. 264.

51 Siehe Thomas Nipperdey, Zur Denkmalgeschichte in Deutschland, in: Mittig/Plagemann, S. 18-19, hier: S. 19; Mittig, Denkmalkritik, S. 287; Mosse, Nationalisierung, S. 79 und 83; Nipperdey, Nationalidee, S. 565; Tittel, Niederwalddenkmal, S. 120 und 121.

52 Bach, Studien, S. 204.

53 Nachweisung der im Landkreis Bochum vorhandenen Krieger-Denkmäler, in: Ergänzung zur Statistik des Landkreises Bochum umfassend die Jahre 1876 bis einschließlich 1880, Bochum 1881, S. 255-258.

54 Ein „Namentliches Verzeichnis der in den Feldzügen der Jahre 1864, 1866 und 1870/71 Gefallenen resp. an den erhaltenen Wunden später Gestorbenen aus dem Kreise Bochum“ ist einzusehen in: Statistik des Kreises Bochum für die Jahre 1865 bis 1875 zusammengestellt im Bureau des Landrathamtes des Landkreises Bochum, Bochum 1878, S. 325-347.

55 Der Sedanstag war der 2. September. Bei der Schlacht von Sedan wurde an diesem Tag im Jahre 1870 die französische Armee zur Kapitulation gezwungen. Offiziösen Charakter erhielt der Tag durch Kaiser Wilhelm I. im Jahre 1873. Siehe Fritz Schellack, Sedan- und Kaisergeburtstagsfeste, in: Dieter Düding/Peter Friedemann/Paul Münch (Hrsg.), Öffentliche Festkultur. Politische Feste in Deutschland von der Aufklärung bis zum Ersten Weltkrieg, Reinbek 1988, S. 278-297, hier S. 282. Zum Sedanstag siehe u.a.: Ebd., S. 278-286 sowie Mosse, Nationalisierung, S. 111-113.

56 Nachweisung, lfd. Nr. 16, S. 257. Der Verfasser war erstaunt, dass er im zeitlichen Umfeld des 2. September 1879 weder eine Ankündigung zur Denkmalenthüllung, noch einen nachträglichen Bericht darüber im Märkischen Sprecher finden konnte.

57 Ebd. Für die Umrechnung wurden folgende Äquivalente in Ansatz gebracht: 1 Fuß = 12 Zoll = 30,48 cm sowie 1 Zoll = 2,54 cm. Bis 1871 besaßen Fuß und Zoll in Preußen etwas höhere Maße (Fuß 31,4 cm / Zoll 2,62 cm). Siehe Willy Timm, Maße, Münzen und Gewichte in der Grafschaft Mark, Unna 1981, S. 6 und 16.

58 Aufgrund der überlieferten Maße, der vorhandenen Fotos und der Existenz des Kopfes der Germania – näheres hierzu weiter unten –, ließen sich die ungefähren Abmessungen des Denkmals mittels Proportionalitätsvergleiche errechnen. Geringfügige Abweichungen sind bei dieser empirischen Methode jedoch nicht auszuschließen.

59 Dies waren 1870: Bergmann Wilhelm Kobusch (25, gefallen), Bernhard Peters (an Verwundung gestorben), Bergmann Carl Ferdinand Brauckhoff (30, Cholera), Bergmann Diedrich Wilhelm Mette (21, Typhus), Landwirt Wilhelm Holthaus (24, Typhus), Bergmann Wilhelm Hundscheidt (24, vermisst), Bergmann Heinrich Gersmann (21, vermisst) und Bergmann Heinrich August Spanier (unbekannt). Darüber hinaus sind dort auch folgende Angaben gemacht: Einheit, Dienstgrad, Geburtsdatum, Sterbedatum und -ort, Familienstand und Konfession. Siehe Statistik des Kreises Bochum, S. 342/343 und 344/345.

60 Ergänzung zur Statistik, S. 257.

61 Ergänzung zur Statistik, S. 257. Zur Umrechnung siehe weiter vor.

62 Zur Bestätigung der vorgenannten Charakteristika und zur Information weiterer Merkmale, die aus den Fotos, die dem Verfasser zur Verfügung standen, nicht eindeutig abzulesen sind, wurden mehr als 20 ältere Bürger befragt, die ihre Kinder- und Jugendzeit in Werne verbracht haben; einige von ihnen lebten in direkter Nachbarschaft zur Germania. Bei der Befragung zeigten sich die Grenzen der Oral History, da sich alle (!) Befragten nicht mehr an konkrete Attribute der Figur (Schwert und/oder Schild) erinnern konnten. Möglicherweise wird Enno Neumann in seiner Arbeit „Von der Kaiserlinde zum Heldenhain. Kriegerdenkmäler in Bochum. 1867-1917“ eindeutige und belegte Aussagen hierzu vorlegen; die Veröffentlichung soll im Frühjahr 2003 verfügbar sein.

63 Ergänzung zur Statistik, S. 257.

64 Trzinski, Studien, S. 19.

65 Leider ist das Protokollbuch der Gemeindevertretung Werne für den Zeitraum Januar 1876 bis März 1882 im Stadtarchiv Bochum (AW 288) zur Zeit nicht auffindbar, so dass hierzu keine weiteren Angaben gemacht werden können.

66 Abbildungen findet sich bei Kreis-Krieger-Verband, Kriegserinnerungen, S. 301, bei E. Tetzlaff, Langendreerer Heimatbuch, Langendreer 1923, S. 125, bei Clemens Kreuzer, Langendreer - Werne zwischen Steinzeit und Gegenwart. Eine Siedlungsgeschichte des Bochumer Ostens, Bochum-Langendreer 1999, S. 406 unten (mit Bildtext, Kreuzer datiert hier die Errichtung auf 1883) und bei Hansi Hungerige, Langendreer - Werne wie es früher war, Gudensberg-Gleichen 2001, S. 17. Hungerige übernimmt hier die frühere Datierung unter gleichzeitiger Nennung der späteren Jahresangabe.

67 Die Einweihung war am 4. Juli 1886. Siehe Kreis-Krieger-Verband, Kriegserinnerungen, S. 302 und Tetzlaff, Heimatbuch, S. 47. Technische Angaben sowie Informationen zur Grundsteinlegung und Einweihung finden sich in: Stadtarchiv Bochum, AL 1049.

68 Siehe diverse Zeitungsartikel hierzu in der WAZ LW, aus Oktober und November 1981 und Herbert Dierkes, 100 Jahre Amtshaus Langendreer. HausMenschenBilderLebenWandel, Bochum 2001, S. 117-118. Eine Auflistung der Bochumer Denkmäler findet sich auch bei Jens Tampier, Historische Denkmäler der Stadt Bochum seit 1918, Hausarbeit zur Erlangung des Grades eines Magister Artium der Fakultät für Geschichtswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum, Bochum 1995, S. 121-122.

69 Siehe Stadtarchiv Bochum, AW 290, Protokoll der Gemeindevertretung vom 4. Mai 1899. Siehe auch: Peter Kracht, Im Mittelpunkt der Gemeinde gelegen. 100 Jahre Amtshaus Werne (1899-1999), Bochum 1999, S. 44-45.

70 Christian Hieronymus, Aus dem alten Werne, in: Langendreerer Zeitung vom 14. Dezember 1943.

71 Eckhard Trox, Nachlese. Das Jubiläum der Revolution von 1848/49 und dessen Ertrag für die Geschichte der ehemaligen Grafschaft Mark, in: Märkisches Jahrbuch für Geschichte (vormals: Jahrbuch des Vereins für Orts- und Heimatkunde in der Grafschaft Mark), 101 (2001) S. 153-193, hier S. 174.

72 Siehe Germanias Kopf kullerte nach Luftangriff die Straße herunter, in: WAZ LW vom 17. August 1993 sowie: Besuch bei einer alten Dame, in: Kortum-Gesellschaft Bochum e.V. (Hrsg.), Bochumer Zeitpunkte, Beiträge zur Stadtgeschichte, Heimatkunde und Denkmalpflege, 1/94, S. 18.

73 Familie rettet Germanias Kopf, in: WAZ LW vom 6. September 2001 sowie: „Werner Germania“ im Privatgarten, in: Stadtspiegel Bochum, Lokales Ost, vom 22. August 2001; Zweite Chance für Germania, in: WAZ LW vom 24. Januar 2002.

74 Beschluss der Bezirksvertretung Bochum Ost vom 23. August 2001, Drucksache Nr. 20012328/00, sowie: Germanias Kopf bleibt nun doch in Privatbesitz, in: WAZ LW vom 29. Januar 2002.

75 Bach, Studien, S. 5.

76 Preußische Allerhöchste Kabinettsordre Friedrich Wilhelm III. vom 5. Mai 1813 über die Anbringung von Gedenktafeln.

77 Amts-Blatt der Königlich Preußischen Regierung zu Arnsberg 1873, S. 251, lfd. Nr. 670, vom 27. September 1873.

78 Högg, Kriegergrab, S. 48, auch S. 47 und 49.

79 Udo Mainzer, Historische Denkmäler und aktuelle Denkmalpflege, in: Thomas-Morus-Akademie Bensberg (Hrsg.), Denkmäler, S. 151-190, hier S. 163.

80 Pfarrer Selmke, Festschrift zur Jubel-Feier unserer evangelischen Kirche zu Werne, Kr. Bochum, 1896-1921, herausgegeben im Auftrage des Presbyteriums, Werne o.J. (1921), S. 87-98.

81 Diese, und die weiteren Ausführungen zu den Gedächtnistafeln in der katholischen Kirche sind entnommen aus: Katholisches Pfarramt Herz-Jesu, Bochum-Werne (Hrsg.), Die Herz-Jesu-Gemeinde Bochum-Werne 1967, o.O. 1967, S. 27. Die Chronik der katholischen Pfarrgemeinde Werne, Kr. Bochum berichtet hingegen unter dem Eintragungsjahr 1919: „[...] die Tafel mit den Namen der gefallenen Krieger führte Jöker in Düsseldorf aus“; in der vorgenannten Schrift wird „Jöker-Dortmund“ angegeben. Siehe S. 27.

82 Zum religiösen Aspekt des Soldatentodes in der Gestaltung der Denkmäler siehe Bach, Studien, S. 230.

83 Katholische Kirchengemeinde Herz-Jesu Bochum-Werne (Hrsg.), Herz-Jesu-Gemeinde Bochum-Werne 1910-1985, Bochum 1985, S. 45.

84 25-jährige Jubel-Feier des M.G.V. „Cäcilia“ Kirchenchor Werne-Bochum am 6. und 7. Juni 1925, o.O. o.J. (1925), ohne Seitenangabe unter dem Abschnitt „Nach dem Kriege“.

85 Ebd.

86 Zu diesem Themenkomplex siehe: Gefallenen-Gedächtnisfeier im Sport- und Turnverein Werne 06 e.V., in: Harpen, Werkszeitung der Harpener Bergbau AG Dortmund, Zechengruppe II, 1 (1926) Nr. 19, S. 6-7; auf S. 6 ist eine Abbildung der Gedenktafel zu sehen.

87 Zum Kapp-Lüttwitz-Putsch allgemein siehe u.a.: Hans Spethmann, Zwölf Jahre Ruhrbergbau 1914 bis 1925, 5 Bände, Berlin 1928 bis 1931; Johannes Erger, Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Ein Beitrag zur deutschen Innenpolitik 1919/20, Düsseldorf 1967; Erhard Lucas, Militärrevolution 1920, 3 Bände, Frankfurt 1970 bis 1978; für das Ruhrgebiet und den Raum Bochum: Barbara Ludwig, Der Kapp-Putsch unter besonderer Berücksichtigung der politischen Ereignisse in Bochum, Bielefeld 1986; Ludger Fittkau/Angelika Schlüter (Hrsg.), Ruhrkampf 1920 – Die vergessene Revolution. Ein politischer Fahrradreiseführer, Essen 1995; Konrad Buchner/Wolfgang Dominik/Günter Gleising/Reinhard Junge, Das Ende einer Legende: Kapp-Putsch und Märzrevolution 1920 in Bochum und Wattenscheid, (Schriftenreihe zur antifaschistischen Geschichte Bochums, Heft 5), Altenberge 1995.

88 Buchner u.a., Ende, S. 45 und 61. Auf S. 45 findet sich die Schreibweise „Kitzauer“; jedoch wird Emil Ritzauer auf S. 250 im Adressbuch Langendreer-Werne genannt. An anderer Stelle werden die „Arbeiter Lange, Garde und Tomaschewski“ genannt. Siehe Gleising, Aus der Geschichte des Mahnmals von Werne, in: Die Tat. Antifaschistische Wochenzeitung vom 5. März 1976, S. 14.

89 Buchner u.a., Ende, S. 45.

90 Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten, Kreisvereinigung Bochum (Hrsg.), Widerstand und Verfolgung in Bochum und Wattenscheid. Ein alternativer Stadtführer zur Geschichte in den Jahren 1933-1945, Münster 1988, S. 14. Die Inschrift ist heute zum Teil verwittert und daher schlecht lesbar.

91 Gleising, Geschichte, S. 14. Die Zerstörung von Denkmälern in der Phase der Machtergreifung geschah bereits in systematischer Weise. Siehe hierzu Speitkamp, Denkmalsturz, S. 16.

92 Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, S. 14. Gleising benennt die hiesigen Opfer des spanischen Freiheitskampfes: Grafenhain, Pawlowski und Lange sowie die durch die Nazis ermordeten Widerstandskämpfer aus dem Bochumer Osten: Johann Stangl, Bruno Preuss, M. Jendrzejewski und Heinz Ziessmer. Siehe Buchner u.a., Ende, S. 50 und Gleising, Geschichte, S. 14 sowie Fittkau/Schlüter, Ruhrkampf, S. 213.

93 Buchner u.a., Ende, S. 50.

94 Gedenken an die Opfer – Kampf gegen Faschismus, in: WAZ LW vom 26. März 2002.

95 Das Ehrenmal „Fünf Kreuze“. 10 Jahre aufopferungsvoller Arbeit des Vereins „Kriegerehrenmal“, in: Westfälische Landeszeitung vom 17. Juli 1937.

96 Zum Kriegerfest siehe Kriegerfest, in: Märkischer Sprecher vom 23. Juli 1927; Kriegerfest, in: ebd. vom 4. August 1927; Sommerfest, in: ebd. vom 5. August 1927; Sommerfest der Vereinigten Militärvereine, in: ebd. vom 9. August 1927. Das 2.400 m² große Festzelt stand im Bereich des neuen Parks an der Kreyenfeldstraße; neben Festumzügen standen Konzerte und Tanz auf dem dreitägigen Programm.

97 Kriegerfest, in: Märkischer Sprecher vom 4. August 1927.

98 Siehe Die Errichtung des Kriegerehrenmals ..., in: Bochumer Anzeiger vom 3. Oktober 1927; Werner Ehrenmal vor der Weihe. Der ganze Stadtteil ehrt seine Gefallenen in der Weihestunde am Sonntag, in: ebd. vom 16. Juli 1937; sowie: Ein Gefallenendenkmal in Werne, in: Märkischer Sprecher vom 29. September 1927. Die Gaststätte Kraney (heute Heinrich-Gustav-Straße 82/ Wittekind-straße) lag gegenüber des zu diesem Zeitpunkt noch zu planenden Ehrenmals.

99 Siehe Die Errichtung des Kriegerehrenmals ..., in: Bochumer Anzeiger vom 3. Oktober 1927.

100 Das Ehrenmal „Fünf Kreuze“, in: Westfälische Landeszeitung vom 17. Juli 1937.

101 Das Ehrenmal, in: Bochumer Anzeiger vom 10. Juni 1930.

102 Das Ehrenmal „Fünf Kreuze“, in: Westfälische Landeszeitung vom 17. Juli 1937.

103 Werner Ehrenmal vor der Weihe, in: Bochumer Anzeiger vom 16. Juli 1937.

104 Der Zeitraum zwischen dem Beginn der Planung und der Einweihungsfeier des Kriegerdenkmals am Stadtparkeingang Bergstraße im Jahre 1935 betrug neun Jahre. Siehe Johannes Volker Wagner, Hakenkreuz über Bochum. Machtergreifung und nationalsozialistischer Alltag in einer Revierstadt, Bochum 1983, S. 296.

105 Zum Hof Börnecke siehe Margarete Klee, Die Bauerschaft Werne, in: Margarete Klee/Herbert von Hagen/Fritz Helle, Als Werne noch ein Dorf war. Aus der Geschichte von Bochum-Werne bis zur Jahrhundertwende, Bochum 1989, S, 74-75.

106 Siehe Märkischer Sprecher vom 6. Juli 1929; Das Ehrenmal, in: Bochumer Anzeiger vom 10. Juni 1930. In den Adressbüchern Langendreer-Werne wird der Landwirt Heinrich Börnecke, Mittelstraße 1, letztmalig 1911 erwähnt.

107 Märkischer Sprecher vom 6. Juli 1929; Neue Parkanlagen, in: Westfälische Volkszeitung vom 14. Juni 1930.

108 Ebd.

109 Das Ehrenmal, in: Bochumer Anzeiger vom 10. Juni 1930; Neue Parkanlagen, in: Westfälische Volkszeitung vom 14. Juni 1930. Die Ortsbeschreibungen in beiden Zeitungsartikeln lassen darauf schließen, dass das Grundstück auf der diagonal gegenüberliegenden Seite der Straßenkreuzung gemeint war.

110 Werner Ehrenmal vor der Weihe, in: Bochumer Anzeiger vom 16. Juli 1937; Das Ehrenmal „Fünf Kreuze“, in: Westfälische Landeszeitung vom 17. Juli 1937.

111 Werner Ehrenmal, in: Bochumer Anzeiger vom 16. Juli 1937.

112 Zur Eingemeindung Werne nach Bochum siehe u.a. Kracht, Mittelpunkt, S. 77-85.

113 Da das Geld aus der Werner Gemeindekasse bei der Eingemeindung nicht in voller Höhe in die Bochumer Stadtkasse fließen sollte, entschloss sich die Amts- und Gemeindevertretung Werne noch im September 1928 zum Bau des Freibades und der Turnhalle an der Bramheide; ebenfalls wurde in dieser Zeit auch der „neue“ Park zwischen Heckenrosenweg, Bramheide und Lütge Heide angelegt. Siehe hierzu: Peter Kracht, „... dass mit Rücksicht auf die kommende Eingemeindung noch ... etwas Positives geschehen müsse.“ Zur Geschichte des Freibades in Bochum-Werne, in: Bochumer Zeitpunkte, Heft 4, Oktober 1996, S. 3-10.

114 Stadtarchiv Bochum AW 269, Protokoll der Amts- und Gemeindeversammlung vom 30. Juli 1929. In diesem Protokoll wird der Kassenbestand mit 286.206,06 Reichsmark angegeben.

115 Wie steht es mit dem Ehrenmal?, in: Bochumer Anzeiger vom 30. April 1930; Das Ehrenmal, in: ebd. vom 10. Juni 1930.

116 Bochumer Anzeiger vom 6. Mai 1930.

117 Krieger-Ehrenmal in Bochum-Werne, in: Bochumer Anzeiger vom 12. Oktober 1932.

118 Ebd.

119 Die Entscheidung fiel am 19. Oktober 1933. Siehe Das neue Ehrenmal für Bochum-Werne. Der zur Ausführung kommende Entwurf, in: Bochumer Anzeiger vom 21./22. Oktober 1933. Siehe auch: Werner Ehrenmal vor der Weihe, in: Bochumer Anzeiger vom 16. Juli 1937 und Westfälische Zeitung vom 17. Juli 1937.

120 Heute Lütge Heide 10/12; zur Friedhofschule siehe Amtmann-Kreyenfeld-Schule Bochum-Werne (Hrsg.), 1898-1998. 100 Jahre Kreyenfeldschule. gestern–heute–morgen, Bochum 1998, S. 12-14.

121 Das neue Ehrenmal für Bochum-Werne, in: Bochumer Anzeiger vom 21./22. Oktober 1933.

122 Die nachfolgenden Informationen zum Architekten Tachil stammen von seinem Sohn, Herrn Dr. Artur Tachil, in Bielefeld. Die abweichende Schreibweise des Nachnamens „Tachill“ taucht noch im Taufregister von Artur Tachil sen. auf und findet sich in den zuvor genannten Zeitungsartikeln.

123 Dortmund-Bövinghausen: 1. Preis 1931, Einweihung Oktober 1932; Düsseldorf: 1. Preis 1934, Einweihung am 9. Juli 1938.

124 Das Ehrenmal „Fünf Kreuze“, in: Westfälische Landeszeitung vom 17. Juli 1937.

125 Das Ehrenmal in Bochum-Werne, in: Bochumer Anzeiger vom 13. August 1936.

126 „Treue sei unser Gelöbnis“, Zeitungsartikel mit unbekannter Herkunft vom 19. Juli 1937 oder den folgenden Tagen; im Besitz des Verfassers.

127 Diese und die folgenden Maße sind aus einer Lageskizze im Maßstab 1:100 und eines Denkmalrisses im Maßstab 1:20 abgegriffen. Beide Skizzen wurden vom Hochbauamt der Stadt Bochum zur Verfügung gestellt. Zur folgenden Baubeschreibung siehe auch den Artikel „Das Ehrenmal in Bochum-Werne“ im Bochumer Anzeiger vom 13. August 1936.

128 Westfälischen Landeszeitung vom 17. Juli 1937.

129 Das Ehrenmal „Fünf Kreuze“, in: Westfälische Landeszeitung vom 17. Juli 1937.

130 Zur Firma Johannes Kaufmann KG siehe Karl Alberts (Hrsg.), Heimatbuch Langendreer-Werne, Bochum-Langendreer o.J. (1963), S. 261.

131 Das Ehrenmal „Fünf Kreuze“, in: Westfälische Landeszeitung vom 17. Juli 1937.

132 Mosse, Nationalisierung, S. 90 und Peter Reichel, Der schöne Schein des Dritten Reiches. Faszination und Gewalt des Faschismus, Frankfurt 1994, S. 303. Reichel interpretiert den Bau der vielen Kriegerdenkmäler als eine Möglichkeit, „sich von der Hypothek des Weltkrieges [...] zu befreien“.

133 Hardtwig, Patriotismus, S. 118: „die Idee des ‚Sterbens für etwas‘, das das Sterben wert gewesen sein sollte und [...] für das es sich nach wie vor zu sterben lohne“.

134 Marina von Assel, Kunst auf Schritt und Tritt in Bochum. Ein Führer zu moderner Kunst auf öffentlichen Straßen und Plätzen. Bochum 1992, S. 16. Zu Hitlers Interpretation und Auswirkung von Kunst siehe u.a. Thamer, Nationalsozialismus, S. 14.

135 Reichel, Schein, S. 297 und Thamer, Monumentalisierung, S. 109.

136 Reichel, Schein, S. 290-291.

137 Für den Raum Bochum sei auf die Errichtung der Bauten des Hauptfriedhofs am Freigrafendamm zwischen 1935 und 1941 hingewiesen. Hierzu siehe den Aufsatz von Hans H. Hanke, „Erschütternd auf den Besucher wirken.“ Bauten des Hauptfriedhofes Freigrafendamm als nationalsozialistische Kultgebäude in Bochum, in: Westfalen 76 (1998) S. 402-439; auch verfügbar im Internet unter: www.bochum.de/zeitpunkte.

138 Scharf, Kunstgeschichte, S. 275.

139 Zur Mauerwerksarchitektur siehe Behrenbeck, Denkmale, S. 85 und Scharf, Kunstgeschichte, S. 293.

140 Scharf, Kunstgeschichte, S. 293. Siehe auch Thamer, Nationalsozialismus, S. 16.

141 Scharf, Kunstgeschichte, S. 294.

142 Thamer, Monumentalisierung, S. 112.

143 Ebd.

144 Mosse, Nationalisierung, S. 90 und Behrenbeck, Denkmale, S. 80.

145 Mosse, Nationalisierung, S. 86. Siehe auch Reichel, Schein, S. 305.

146 Scharf, Kunstgeschichte, S. 276.

147 Scharf, Kunstgeschichte, S. 288.

148 Thamer, Nationalsozialismus, S. 24.

149 Behrenbeck, Denkmale, S. 97, Anmerkung 27.

150 Behrenbeck, Denkmale, S. 80.

151 Vor allem Mosse (Nationalisierung, S. 66, 95-96, 99-102, 112), jedoch auch Reichel (Schein, S. 208, 210, 221, 290) belegen zum Teil exemplarisch die Adaption christlich-liturgischer Worte, Gesten und Handlungen durch die Nationalsozialisten.

152 Eine namentliche Auflistung findet sich auf der „Ehren-Tafel der im Weltkrieg 1914-1918 Gefallenen des Ortsteils Werne“; Stadtarchiv Bochum ZA VK2.

153 Siehe Werner Ehrenmal vor der Weihe, in: Bochumer Anzeiger vom 16. Juli 1937. Die nachfolgenden Informationen sind – wenn nicht anders belegt – dem Artikel Weihe des Kriegerdenkmals. „Sie starben für Deutschland – Treue sei unser Gelöbnis“, in: Bochumer Anzeiger vom 19. Juli 1937 entnommen.

154 Bochum Anzeiger vom 19. Juli 1937. Ob diese großzügige Angabe übertrieben ist, lässt sich wohl nicht mehr ermitteln.

155 Zum Hof Surmann, der 1486 erstmals im Schatzbuch der Grafschaft Mark erwähnt wird, siehe Klee, Bauerschaft, S. 101-102. Dietrich Surmann gehörte bereits dem Gründungsvorstand an und war von 1924 bis 1929 Gemeindevorsteher der Amtsgemeinde Werne. Siehe Die Errichtung des Kriegerehrenmals ..., in: Bochumer Anzeiger vom 3. Oktober 1927 und Stadtarchiv Bochum, Bearb. Susanne Bausch, Bestand: Amt Werne, Bochum 1981, Vorspann unter „Verwaltung“.

156 Werner Ehrenmal vor der Weihe, in: Bochumer Anzeiger vom 16. Juli 1937.

157 Tampier, Denkmäler, S. 72.

158 Tampier stellt die Frage nach der Einstufung als politisches oder Kriegerdenkmal. Siehe ebd. Eine eindeutige Antwort wird wegen der differenzierten Sichtweise der betroffenen Hinterbliebenen auf der einen Seite und der politisch erklärten Zielrichtung andererseits sowie durch ambivalente, indifferente Standpunkte Einzelner wohl kaum möglich sein.

159 Alliierte Kontrollbehörde, Kontrollrat, Anweisung Nr. 30, Entfernung deutscher Krieger- und Nazi-Denkmäler und Museen, Berlin 13. Mai 1946. Zitiert nach Bach, Studien, S. 262 und Endnote 1745. Siehe auch Thamer, Monumentalisierung, S. 127.

160 Thamer, Monumentalisierung, S. 128.

161 Otto Fastabend, Religiöse Kunstwerke im Ostteil unseres Dekanates, in: Kirche und Heimat, 8 (1955) Nr. 40.

162 Ebd.

163 Bach, Studien, S. 259.

164 So der 1. Vorsitzende der Kyffhäuser Sportschützenkameradschaft Bochum-Werne von 1871 e.V., Heinz Tatenhorst, bei seiner Ansprache am 17. November 2002 (Volkstrauertag) am Mahnmal in Bochum-Werne.

165 Die katholischen Opfer werden in der Pfarrchronik der Katholischen Kirchengemeinde Herz Jesu Bochum-Werne unter dem Jahr 1953 auf 243 beziffert (143 Gefallene und 100 im Ort).

166 Siehe Stadt Bochum, Niederschriften des Kulturausschusses Nr. 20, II/7. vom 30. November 1966 und Nr. 25, V/11. vom 30. Juni 1967. Zu dieser vielerorts angewandten Praxis merkt Grütter, Denkmalkultur, S. 37, an: „Das Dilemma, der unzähligen toten Soldaten des Zweiten Weltkrieges gedenken zu wollen und gleichzeitig keine neuen Kriegerdenkmäler zum feierlichen Gedenken an diesen Krieg mit seinen Opfern und Verbrechen errichten zu können, führte zu einer fatalen Lösung, indem ab Mitte der fünfziger Jahre die Erste-Weltkriegs-Denkmäler hierzu benutzt wurden, indem man sie weiterschrieb und den Jahren 1914-1918 die Jahreszahlen 1939-1945 hinzufügte. So gedachte man der Opfer des verbrecherischen Zweiten Weltkrieges und des ihm zu Grunde liegenden Unrechtssystems an den Orten, die diesen in ihrer chauvinistischen Aussage mit vorbereitet hatten und teilweise unter den Nationalsozialisten errichtet worden waren.“

167 Zu den anfänglichen Gedenkfeiern am Volkstrauertag in Bochum siehe Klaus Kunold (Hrsg.), Zwischen Veränderung und Spurensuche. Die Verfolgung der Juden in der Erinnerung der Bochumer Bevölkerung, (Schriftenreihe zur antifaschistischen Geschichte Bochums Nr. 6), Bochum 1998, S. 15.

168 Die Kyffhäuser bildeten die Dachorganisation der neu gegründeten Kriegervereine; sie spielten bei den Denkmalprojekten und Denkmalerweiterungen eine wesentliche Rolle. Siehe Bach, Studien, S. 252. Im Laufe der weiteren Zeit gaben sie sich eine andere Ausrichtung, die oftmals in Richtung Sportschützen zielt. Einen Abriss zur Geschichte der Kyffhäuser bieten: Diana Maria Friz, Kyffhäuserbund und Kyffhäuserdenkmal. Zum 100jährigen Jubiläum der Einweihung des Kyffhäuserdenkmals am 18. Juni 1996, Arolsen o.J. (1996) sowie Zimmermann, Wall, S. 144-169. Seit der Neugründung im Jahre 1952 bis Juli 2001 nannte sich die Abteilung in Werne „Kyffhäuser-Kameradschaft Bochum-Werne von 1871“, von da ab „Kyffhäuser Sportschützenkameradschaft Bochum-Werne von 1871 e.V.“.

169 Zum Sinneswandel siehe Hardtwig, Patriotismus, S. 120: „Ein [...] Erinnerungsmal stiftet Konsens nur dann, wenn es niemanden ausschließt, dessen persönliches Schicksal von der Geschichte unserer Nation bestimmt worden ist.“

170 Auskunft des zweiten Vorsitzenden der Kyffhäuser Sportschützenkameradschaft Bochum-Werne von 1871 e.V. und Koordinators der Umgestaltung des Mahnmals, Wolfgang Rosendahl. Neben dem zuvor genannten Verein nahmen in diesem Jahr teil: Freiwillige Feuerwehr, Gesangvereine MGV Cäcilia und MGV Einigkeit, Kleingartenverein Familienwohl, Knappenverein „Glück Auf“, Lützower Jäger, Marinekameradschaft Werne, Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde, Sauerländischer Gebirgsverein, Tambourcorps Werne 1914, Werner Treff.

171 Neuer Rahmen für Ehrenmal in Werne. Kurzfristig kein Geld für Renovierung, in: WAZ LW vom 8. April 1976.

172 Bildtext, in: WAZ LW vom 23. September 1976.

173 Ruhr-Nachrichten, Ausgabe Bochum vom 16. Dezember 1976; die folgenden Angaben hierzu sind ebenfalls diesem Zeitungsartikel entnommen.

174 WAZ LW vom 26. Februar 1998 und 17. November 1998, 25. Februar, 1. Juli sowie 4. und 16. November 1999; Ehrenmal Werne soll endlich gründlich saniert werden. Werner Vereine Stadt mit 20000 Mark Eigenleistung unterstützt, in: Stadtspiegel Bochum, Lokales Ost, vom 1. August 2001.

175 Mahnmal bleibt. Es soll aber kleiner werden. Eine kontroverse Diskussion, in: WAZ LW vom 6. Januar 2000. Siehe auch: Vereine und Gemeinden müssen Sanierung mittragen. Instandsetzung des Ehrenmals kostet 60000 Mark, in: ebd. vom 16. November 2000. Zur Umgestaltung der Grünanlage: Lehrlinge setzen ihre Ideen am Mahnmal um. Bei der großen Gelände-Gestaltung, in: WAZ LW vom 28. November 2002.

176 Drucksache Nr. 19992858/01.

177 Es geht schlag auf Schlag. Sanierung des Werner Ehrenmals hat jetzt begonnen, in: WAZ LW vom 28. März 2002; Auch Thomas (8) packte am Mahnmal mit an. Werner Vereine mit Presslufthämmern im Einsatz, in: WAZ LW vom 9. April 2002; Ein Stück Geschichte erhalten. Werner Ehrenmal mit Hilfe zahlreicher Freiwilliger pünktlich fertig gestellt, in: WAZ LW vom 17. Oktober 2002.

178 Mahnung zu friedlichem Umgang. Mit Hilfe von Vereinen und Auszubildenden wurde Werner Denkmal saniert, in: WAZ LW vom 31. Oktober 2002.

179 In einem Jahr soll das neue Mahnmal stehen, in: WAZ LW vom 11. Dezember 2001 sowie persönliche Auskunft von Herrn Kayß vom Hochbauamt der Stadt Bochum.

180 Großes Echo am Mahnmal, in: WAZ LW vom 26. November 2002 sowie: Gedenkstunde am neugestalteten Mahnmal, in: Stadtspiegel Bochum, Lokales Ost, vom 27. November 2002.

181 Einstimmiger Beschluss des Bezirksparlaments Bochum Ost vom 30. Oktober 2002, Drucksache Nr. 20022926/00.

182 W. Hartmann, Gedanken über „Schönheit der Arbeit“, in: Harpen. Werkszeitung der Harpener Bergbau AG Dortmund, Zechengruppe II, 9 (1934) Nr. 26, S. 5-6.

183 Gegenüber dem Haus Von-Waldthausen-Straße 70.

184 Die im Weiteren genannten Grabsteine haben die gleichen Abmessungen.

185 Über eine exakte Belegung der zuvor genannten Felder kann an dieser Stelle keine Auskunft gegeben werden, da auch nach wiederholter Anfrage beim Grünflächenamt der Stadt Bochum über einen Zeitraum von vier Monaten keine Antwort hierzu erfolgte.

186 Spurlatten sind Kanthölzer oder Balken, an denen ein Förderkorb im Schacht auf- oder abgleitet. Siehe T. Cramm/J. Huske, Auswahl und Erläuterung einiger, vornehmlich älterer Ausdrücke der Bergmannssprache im Steinkohlenbergbau an der Ruhr, Dortmund 1987, S. 30.

187 Rechtzeitig zu den Totengedenktagen ..., (Bildzeile), in: WAZ LW vom 29. Oktober 1987.

188 Persönliche Informationen von Gerhard Jegelka, dem derzeitigen Vorsitzenden der Marinekameradschaft Bochum-Werne 1900.

189 Die rechteckigen Platten zum Süden und zum Norden haben eine Länge von 1,5 m und eine Höhe von 1,0 m; die annähernd quadratischen Platten Richtung Osten und Westen messen 0,95 m in der Länge und 1,0 m in der Höhe.

190 Von Assel, Kunst, S. 99, Nr. 165.

191 Persönliche Informationen von Paul Epp. Siehe auch: Relief spiegelt Geschichte unter Tage für Enkel wider, in: WAZ LW vom 23. September 1999.

192 Müser-Kumpel finden sich auf diesem Denkmal wieder, in: WAZ LW vom 8. Juni 1989; Erinnerungen an den Bergbau ... (Bildzeile), in: WAZ LW vom 9. Juni 1989.

193 Peter Kracht, Von einem verflossenen Jubiläum, das erst später stattfindet, in: Bochumer Zeitpunkte, Heft Nr. 10, Dezember 2001, S. 16-23.

194 Joachim Huske, Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. Daten und Fakten von den Anfängen bis 1986, Bochum 1987, S. 782.

195 Auch: Hunde oder Hunte als frühere Bezeichnung für einen Förderwagen in den Stollen. Siehe Cramm/Huske, Auswahl, S. 17.

196 Auskunft von Herrn Zerlin von der Feuerwehr Bochum, Zentrale in Werne.

197Das Gelände des Kleingartenvereins befindet sich östlich des Friedhofs und südlich des Freibades und des nicht ausgebauten Teils der Straße Lütge Heide.

198 „Hund“ ruft alte Zeiten wach, Bildzeile in: WAZ LW vom 9. Mai 1996.

199Dieser Kleingartenverein befindet sich etwas südlich der Straße Werner Hellweg unweit der Stadtgrenze zu Dortmund.

200Ausnahme bilden drei Leserbriefe zur Sanierung des Ehrenmals: Peter Kracht, Mahnmal im Zentrum des alten Dorfes, in: WAZ LW vom 4. November 1999; Dieter Fleskes, Mitwirkung der ganzen Gesellschaft, in: WAZ LW vom 23. November 2000; Elisabeth Koch, Wie gern hätten sie gelebt, in: WAZ LW vom 29. Januar 2002.

201 Speitkamp, Denkmalsturz, S. 13. Siehe auch ebd., S. 8-9 und 18.

202 Ebd., S. 17.

203 Mainzer, Denkmäler, S. 153 und Speitkamp, Denkmalsturz, S. 18.

204 Mainzer, Denkmäler, S. 187.

 

Impressum

Bochumer Zeitpunkte Beiträge zur Stadtgeschichte, Heimatkunde und Denkmalpflege Heft 12, Dezember 2002

 

Herausgeber:

Dr. Dietmar Bleidick

Yorckstraße 16,44789 Bochum

Tel.: 0234/335406

e-mail: dietmar.bleidick@ruhr-uni-

bochum.de

für die

Kortum-Gesellschaft Bochum e.V.

Vereinigung für Heimatkunde,

Stadtgeschichte und Denkmalschutz

Graf-Engelbert-Straße 18

44791 Bochum

Tel. 0234/581480

e-mail: Kortum.eV@web.de

 

Redaktion:

Dr. Dietmar Bleidick, Peter Kracht

Redaktionsschluss:

jeweils 15. April und 15. Oktober

 

Druck:

A. Budde GmbH

Berliner Platz 6 a, 44623 Herne

 

Verlag:

Peter Kracht •> Verlag

Limbeckstraße 24

44894 Bochum

Tel.: 0234/263327

e-mail: kracht.verlag@t-online.de

 

ISSN 0940-5453