Neolithische Siedlungsspuren auf dem

Areal der Ruhr-Universität

Bemerkungen zur Bodendenkmal­pflege in Bochum

 

Martin Flashar

Hellmut Flashar gewidmet.

 

Das Denkmalschutzgesetz

 

Der berühmte Architekt des deut­-schen Klassizismus Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) war, wie manch einer nicht wissen wird, in seiner Funktion als Direktor der preußi­schen Bauverwaltung auch Initiator denkmalpflegerischer Bemü-hun­gen1. 1822/23 gingen auf seine An­forderung hin über die Regierungs­-präsidenten Angaben zu beach­tens-werten Baudenkmälern bei der Berliner Regierung ein. Schinkel zeigte sich zwar über den in der Tat mäßigen Rücklauf seiner Umfrage entsetzt (so wurden ihm z.B. aus dem gesamten Gebiet an Ruhr, Em­scher und Lippe nur 12 schüt­zenswerte Objekte für das Inventar genannt). Gleichwohl entspricht der Plan einer möglichst vollständigen Erfassung vorhandener Baudenk­mäler voll-kommen den Prinzipien heutiger Denkmalpflege, nach denen derartige Listen die eigentliche Grundlage denkmalpflegerischer Maßnahmen darstellen.

 

Anläßlich einer Umfrage im Jahr 1838, die von allen westfälischen Orten Angaben über historische Bauten erbat, erstellte der Bochumer Prediger Volkhart 1842 eine aus­führ-liche Stadtgeschichte: Seine Chronik samt Karten ist von der Stadtverwal-tung damals nicht wei­tergeleitet worden und lagert noch heute im Stadtarchiv2.

 

Nach den negativen Erfahrungen einer staatlich zentral gesteuerten Denkmal-pflege wurde die Zustän­digkeit 1877 an die Provinzial- bzw. Landschafts-verbände übertragen.

 

Im 19. Jahrhundert standen in der Regel Kir­chenbauten im Zentrum des Interes­ses der Denkmalpflege. Für die Bo­dendenkmäler galt bis vor kurzem das Preußische Ausgra­bungs-gesetz von 1914 (samt nachfol­gender Aus­führungsbestimmungen).

 

Am 1. Juli 1980 trat das neue Denk-malschutzgesetz des Landes NRW in Kraft, das im Unterschied zur Rechtslage in den anderen Alt­bundes-ländern eine wichtige Neue­rung bringt: »Die Denkmalpflege obliegt den Gemein­den ... als Selbst­verwal-tungsaufgabe«3, die Gemein­den sind Untere Denkmalbehörden4. Das heißt im Klartext: Jede Kom­mune des Landes hat für die Belange der Bau- und Bodendenkmalpflege in ihrem Bereich zunächst einmal selbst Sorge zu tragen. Von Fall zu Fall kann oder muß eine Abstim­mung mit dem zuständigen Land­schaftsver-band, der Oberen (Regierungspräsident) oder Obersten Denkmalbehörde (Landesregierung) erfolgen. Der Sinn der Aufgabentei­lung und der verbindlichen Delega­tion weiter Teile der denkmalpflege­rischen Praxis an die kreisfreien Städte und Gemeinden ist deutlich: Nicht vom “grünen Tisch“ aus, son­dern nur durch Sachkenntnis vor Ort lassen sich Bau- und Bodendenkmä­ler wirksam schützen, wissenschaft­-lichen erforschen und gegebenenfalls der Öffentlichkeit zugänglich ma­chen.

 

Gerade im Bereich der Boden­denk-malpflege haben einige Kom­munen, wie das Beispiel Bochum zeigt, Probleme mit der gesetzlichen Vorschrift: Fachpersonal wird nicht eingestellt; die Möglichkeit, archäo­lo-gische Untersuchungen durch Be­tei-ligung an städteplanerischen Ent­wick-lungen bereits im Vorgriff auf Baumaßnahmen durchzuführen, wird nicht genutzt; die Chance, durch die Erforschung der eigenen Vorge-schichte nicht nur einen Ima­gegewinn für die Kommune zu er­zielen, sondern auch die Identifika­tion der Bürger mit dem eigenen Le­bensraum zu stärken, wird bei weitem nicht allerorts gesehen.

 

Zurück zum Gesetz: Der Begriff des Bodendenkmals ist mit Bedacht weit gefaßt5. Fossile Reste der Tier- und Pflanzenwelt des Kreidemeeres vor mehr als 100 Mio. Jahren rechnen ebenso dazu wie Spuren erster seß­hafter Siedlungstätigkeit in der Mittleren und Jungen Steinzeit des 6. und 5. Jahrtausends, wie “germani-sche“ Siedlungen und römi­sche Ka­-stelle der Kaiserzeit; auch fränkische Friedhöfe und die spätmittel-alterli­chen Adelssitze sind Boden-denkmäler in der Region.

 

Nicht immer sind sie (aufgrund ihrer Lage unter der Erdoberfläche) ohne Schwierigkeit zu erkennen: »Verände-rungen und Verfärbungen in der natürlichen Bodenbeschaffen­heit«6 geben verläßliche Hinweise; manch-mal ist es hochgepflügtes Fund-material (z.B. Steine, Steingeräte, Ziegelfragmente, Tonscherben, Knochenteile), das oberflächlich ihre Position verrät. Auch die Fotografie aus der Luft und elektromagnetische Messungen können gelegentlich bei der Entdeckung von Bodendenk-mä­lern helfen. In al­ler Regel tauchen ar­chäologische Funde aber eher zu­fällig, z.B. bei Bauarbeiten auf.

 

Regelungen zum Schutz eines Bodendenkmals

 

Das Problem liegt darin, daß Schutz im Sinne des Belassens im unange-tasteten Zustand bei den untertägigen Bodendenkmälern häufig gar nicht möglich ist. Das vorrangige wirt­schaft-liche Interesse für eine Bebau­ung des entsprechenden Freilands kann dem z.B. im Wege stehen.

 

Die archäologische Ausgrabung und wissenschaftliche Erforschung wird gerade das zu großen Teilen aus be­stimmten Strukturen von Boden-ver­färbungen bestehende vorge-schicht­liche Denkmal zwar “zer-stören“ - der Zugewinn an Wissen über vergan­gene menschliche Kulturen kann aber so für Forschung und Öffent­lichkeit gewahrt bleiben.

 

Wer in oder auf seinem Grundstück ein Bodendenkmal entdeckt, ist ver­pflichtet, dies anzuzeigen und die Fundstelle mindestens drei Werk­tage in unverändertem Zustand zu belas-sen7. Das trifft auch auf lau­fende Baustellen zu, die sogar länger “stillgelegt“ werden können, »wenn der Betroffene hierdurch nicht wirt­schaftlich unzumutbar belastet wird«8.

 

Erfüllt ein Tatbestand die Voraus-set­zungen für ein Bodendenkmal, so besteht die gesetzliche Pflicht, dies in die von der Unteren Denkmal-behörde zu führende Denkmalliste einzutra­gen9. In Bochum addierten sich die Meldungen archäologischer Boden­funde seit 1966 auf immerhin 350 - ohne daß auch nur ein Bodendenk­mal in der städtischen Denkmalliste zu finden wäre!

 

Da Bodendenkmäler häufig kurzfri­stig entdeckt werden und zudem, wenn sie ausgegraben werden (müssen), nicht immer lange Bestand haben, dehnt das Gesetz einen Großteil seiner Schutzvorschriften auch auf die nicht oder noch nicht in die Denkmalliste eingetragenen Bo­dendenkmäler aus10.

 

Ein wichtiges Instrument in der Bo­dendenkmalpflege kann die in § 11 des Gesetzes vorgesehene Einrich­tung von Grabungsschutz-gebieten sein.

 

Das Verfahren ist deshalb von be­sonderer Bedeutung, weil es nicht der Zustimmung der Kommune be­darf, sondern sich um eine »ordnungsbehördliche Verordnung« handelt, die der Regierungspräsident im Einvernehmen mit dem Land­-schaftsverband ausspricht11.

 

Entdeckungen beim Bau der Ruhr-Universität

 

In Bochum findet, wie bereits ange­deutet, eine geordnete Boden-denk­malpflege derzeit nicht statt. Das Stadtgebiet birgt gleichwohl auch heute noch zahlreiche archäologische Denkmäler12. Welche Schwierigkei­ten sich ergeben, im Nachhinein Be­funde zu rekonstruieren und ein Bild von der Geschichte eines Ortes zu zeichnen, wenn an Fundstellen nicht systematisch gegraben wurde (und Befunde nicht veröffentlicht sind), sondern nur ausschnittweise und in Zeitdruck (unter “Not“) Beobach-tun­gen stattfanden, soll ein Beispiel zei­gen, das in die 60er Jahre zurück­führt.

 

Das Areal der Ruhr-Universität samt Hustadt umfaßt im ganzen eine Flä­che von gut 500 Hektar und ist weit­ge-hend identisch mit den Grenzen der Gemeinde Querenburg, wie sie sich im 19. Jahrhundert darstellte. Auf dem Höhenzug oberhalb des Ruhrtals wurde von Bauern, die sich in mehreren Höfen angesiedelt hat­ten, seit dem Mittelalter Landwirt­schaft betrieben.

 

1966 stieß man bei Bauarbeiten auf den “Querenburger Münzschatz“ aus dem 15. Jahrhun­dert - der einzig bekanntere Fund vor Ort, der in den Kunstsammlun­gen der Universität ausgestellt und auch wissenschaftlich bearbeitet ist13.

 

Kürzlich unternahm der derzeitige Lehrstuhlinhaber am Institut für Ur- und Frühgeschichte den Versuch, Hinweise auf weitere, vor allem auch vorgeschichtliche Funde auf dem Universitätsgelände zusammenzu-­tragen; er kam zu beachtlichen Er­gebnissen14.

 

Der langjährige Bochumer Boden­-denkmalpfleger und Direktor des Herner Emschertal-Museums Karl Brandt (1898-1974)15 hatte schon im Vorfeld der Baumaßnahmen Initia­tive für eine archäologische Beglei­tung ergriffen. So konnte er einige kleinere Suchschnitte und Probegra­bungen durchführen, deren Ergeb­nisse freilich unpubliziert sind. Es fanden sich aber briefliche Berichte Brandts an das Staatshochbauamt, Fundmeldungen an die Münsteraner Denkmalbehörde und weitere Un­ter-lagen und Fundkästen in den Ma­gazinen von Haus Kemnade16. Die eigentlichen Bauarbeiten ver-folgte Brandt nur noch in der An­fangsphase.

 

Spätere Beobachtungen und Fund-meldungen trug sein ehe­maliger Mitarbeiter Gerhard Kempa bei. Insgesamt belegen etwa zehn Fundstellen17 - vom Gelände der späteren Gesamtschule an der Mark­straße, dem Verlauf der Universi-täts­straße, dem Kernbereich der Univer­sität zwischen den späteren M-Ge­bäuden und der heutigen Universi­tätsbibliothek, bis weit nach Osten nahe an das heutige Autobahn-kreuz Bochum-Witten - zum Teil Jahrtau­sende alte menschliche Spuren in Querenburg.

 

So bezeugen mittelalterliche Scher­ben und Reste von Hausgrundrissen eine landwirtschaftliche Nutzung des Terrains durch Querenburger Bauern mindestens für das 12. Jahr­hundert.

 

Eine Fundstelle mit Siedlungsspuren der römischen Kaiserzeit befindet sich am Ostrand des Universitätsbe­reichs in der Kreuzung der A 43 mit der Universitätsstraße.

 

Gruben und Feuerstellen der älteren Eisenzeit des 7. bis 5. Jahrhunderts vor Christus mit Einzelfunden wie typischen Scherben und einem tö­nernen Spinnwirtel stammen aus dem zentralen Universitätsareal.

Bronzezeitliche Spuren fehlen bis­-lang, aber es gibt Hinweise auf eine Siedlungstätigkeit in der Jungstein­zeit. Nicht zuletzt durch die Unter­-suchungen Brandts selbst sind neo­lithische Funde an anderen Stellen des Bochumer Stadtgebiets zutage gefördert worden.18

 

Fundplätze exi­stieren vor allem in der Hellwegzone im Norden, reichen aber bis weit in den Osten und Südosten, nach Üm­mingen und bis Haus Laer.

 

Unter den der Lehrsammlung des prähistorischen Instituts 1966 von Brandt übereigneten Fundstücken befindet sich eine höchstwahr­-scheinlich neolithische Feuerstein­-klinge19.

 

Die Annahme neolithischer Sied-lungstätigkeit bekräftigende und eine zeitliche Einordnung ermögli­chende Scherbenfunde fehlen aller­dings.

 

Angeblich fand sich entsprechende Keramik in einer Grube, die 1971 - nach Brandts Ära - beim Ausbau der Universitätsstraße nach Osten ent­-deckt worden war. Nach Pingels In­formationen lagerten die Stücke im Westfälischen Museum für Archäo­logie in Münster20. Wie er mir un­terdessen aber mündlich mitteilt, sind sie dort nicht mehr auffindbar. Die “Lücke“ in der Rekonstruktion der Vorgeschichte der Ruhr-Univer­-sität kann jetzt geschlossen werden.

 

 

Neolithische Siedlungsspuren der sogenannte Rössener Kultur

 

Was Brandt nicht mehr tat, unter­-nahmen andere: das Durchsuchen des beim Universitätsbau angefal-le­nen Abraums. Kürzlich überließ mir der Bochumer Bürger Robert Vogel21 eine Kiste mit Fundstücken zur Durchsicht. Die Objekte wurden aus dem östlich und südöstlich unter­halb des Len­nershofes angeschütte­ten Abraum im Jahre 1967 aufgele­sen. Vogel ver­gewisserte sich über die Herkunft und erinnert sich, daß der Abraum im wesentlichen von Fundamentar­beiten im Zentrum des Universitäts­geländes (N-Gebäude?) an die Hänge oberhalb des Oel­bach-tales ge­fahren wurde.

 

Neben weniger interessanten Stücken beinhalten die Lesefunde an verzierter Feinkeramik mehrere wahrscheinlich spätneolithische Scherben (s. z.B. Abb. 5 und 13)22 und drei Exemplare der mittleren Bronzezeit (die hier nicht näher be­sprochen werden, aber eben am Ort bis dahin ohne zeitliche Parallele bleiben).

 

Auffällig ist eine Handvoll Scherben, die der sog. Rössener Kultur23 zuge­ordnet werden können. Das Gräber­feld von Rössen bei Merseburg lieh einer ganz charakteristisch verzier­ten Keramik den Namen. Leitformen sind die Fußvasen, die geradwan­dige oder geschweifte Schüssel und der rundbauchige Becher (‘Kugelbecher’)24. Die Orna-mente dieser mittelneolithischen Keramik (2. Hälfte des 5. Jahrtau-sends vor Christus) sind eingeritzt und eingestochen, überzogen tep-pichartig weite Partien der Gefäß-oberfläche und waren von einer farbigen Inkru­station bedeckt, die die eigentlichen Muster negativ hervor-treten ließ. Die beliebtesten Orna-mentformen sind Winkelbänder, umlaufende Ritz- und Furchen-stichlinien, vertikales Zickzack, hängende Dreiecke mit wirrer und geordneter Strichverzie­rung, hängen-de Winkel oder Bögen. Gerade bei den Schüsseln begegnet eine typische Innenverzierung (Motive: kurze senkrechte Rillen, kleine Winkel- oder Zickzackbänder, mehrlinige Punkt-reihen) am - außen glatten - oberen Mündungsrand.

 

Zwei Stücke sind hier nicht abgebil­det, weil bei ihnen die verzierte Oberfläche stark beschädigt (abgeplatzt) ist.

 

Vorgelegt werden:

 

Abb. 1a + 10a

verzierte Randscherbe,

ca. 3,2 x 3,3 cm,

Wand­stärke 0,7 cm, außen, oben einfaches umlau­fendes Furchen-stichor­nament, darunter An­satz eines Winkelban­des.25

 

Abb. 1b + 10b

verzierte Randscherbe (s.zu Abb. 1a), Innen­rand: dreireihiges Stich­-ornament26.

 

Abb. 2

verzierte Wandscherbe,

4,0 x 1,8 cm, Wand­stärke 0,5 cm,

abgerie­ben, vom Halsansatz, um-laufendes Orna­mentband in Furchen­-stichtechnik.27

 

Abb. 3 + 11

verzierte Wandscherbe,

2,5 x 3,2 cm, Wand­stärke 0,5 cm,

abgerie­ben, Winkelband, Inkru­sta-tionsreste.28

 

Abb. 4 + 12

verzierte Wandscherbe,

3,6 x 4,7 cm, Wand­stärke 0,6 cm,

oben Rest eines umlaufenden Fur-chenstichornaments, Winkelbänder, Strichrauhung in den Zwickeln, unten Knubbe (Schnuröse?), etwas Inkrusta-tion.29

 

Zusätzlich entdeckte ich unter den Lesefunden Vogels einige Werk­zeuge aus Feuerstein (wohl aus der Region) von guter Qualität, bei denen ein mittelneolithischer Ansatz immerhin gut möglich ist.

 

 

Herausgegriffen werden:

 

Abb. 6 + 14

Klingenbruchstück,

L 5,6 cm, B 2,1 cm, D 0,8 cm.

 

Abb. 7 + 15

Klingenkratzer mit Retuschen,

L 3,9 cm, B 1,6 cm, D 0,6 cm.

 

Abb. 8 + 16

Klingenbruchstück (?),

L 3,6 cm, B 2,0 cm, D 0,4 cm.

 

Abb. 9 + 17

feiner Abschlag,

L 2,8 cm, B 1,7 cm, D 0,4 cm.

 

 

Fazit

Die vorgestellten neolithischen Ein­zel-funde ergänzen das Bild der Vor­-geschichte der Ruhr-Universität zwar in willkommener Weise, aber die Ausgangssituation bleibt unbe­-friedigend.

 

Hier werden kleine Mosaiksteine zu­sammengetragen, Beobachtungen im Kontext sind nicht mehr möglich: So kann keine Archäologie, keine Bo­dendenkmalpflege, keine Stadtge­-schichte auf Dauer sinnvoll betrieben werden.

 

Es wird eines Umdenkens in der Stadtverwaltung bedürfen. Nur die kontinuierliche Mitarbeit von Fach­-personal wird der Stadt Bochum hel­fen können, die Zeugnisse ihrer eigenen Geschichte in der Erde zu erkennen, zu deuten und zu be-wah­ren. Wer glaubt, mit dem Finger-zeig auf die finanziellen Engpässe der Kommune vor zusätzlichen, ver­meint-lich kostspieligen Engagements und archäologischen “Abenteuern“ war-nen zu müssen, der irrt.

 

Stadtar­chäologie ist sinnvolle Arbeit. Sie ko­stet umso weniger Geld, je früher sie im konkreten Baupla-nungsstadium beteiligt wird. Der ideelle “Gewinn“ für den Bürger und die Pluspunkte für’s städtische Image werden dann nicht ausbleiben. Bodendenkmal­pflege ist nicht nur kommunale Pflichtaufgabe, sie kann sich für die Stadt und ihre Bürger auch rechnen.

 

 

 

Anmerkungen:

1 Zum Beginn der amtlichen Denkmal­pflege und ihren Auswirkungen im Ruhrgebiet vgl. H.H. Hanke, Wie ein früher nicht bewohntes Land? Mittel­alterliche Bauten im westfälischen Ruhrgebiet und der Beginn der amtli­chen Denkmalpflege, in: F. Seibt u.a. (Hrsgg.), Vergessene Zeiten. Mittel­alter im Ruhrgebiet. Kat. Ausst. Essen 1990, Bd. II (1990) S. 294-299.

2 Vgl. Hanke a.a.O. S. 295.

3 DSchG § 22, Absatz 1.

4 DSchG § 20, Absatz 1, Ziffer 3.

5 Vgl. H.G. Horn u.a. (Hrsgg.), Was ist ein Bodendenkmal? Archäologie und Recht (1993).

6 DSchG § 2, Absatz 5, Satz 2.

7 DSchG § 16, Absatz 1 und 2.

8 DSchG § 16, Absatz 2, Satz 3.

9 Zum bindenden Charakter der Vor­schrift in DSchG § 3, Absatz 1, Satz 1, siehe OVG Münster, Urteil vom 19.11.1984 - 11 A 1350/83.

10 DSchG § 3, Absatz1 , Satz 4.

11 Zu den (dort allerdings etwas anders definierten) Grabungsschutzgebieten in Baden-Württemberg s. R.-H. Beh­rends, Archäolo-gische Grabungs­schutzgebiete, in: Denkmal-pflege in Baden-Württemberg. Nachrichten­blatt des Landesdenkmalamtes 22, 1993, Heft 1, S. 70-73.

12 Insgesamt ist aber im Ruhrgebiet an­gesichts des wirtschaftlichen Struk­turwandels und der Erfordernisse des Wohnungsbaus in den kommenden 10-15 Jahren mit umfang-reichen Baumaß­nahmen zu rechnen, die einen Groß­teil der noch vorhandenen Frei­flächen verschwinden lassen. Deshalb ist die Boden-denkmalpflege im Mo­ment be­sonders gefordert.

13 P. Berghaus, Der Münzschatz von Querenburg in der Bochumer Univer­sität. Kleine Hefte der Münzsamm­lungen der Ruhr-Universität Bochum 12/13 (1990).

14 V. Pingel, 25 Jahre - 2500 Jahre oder mehr als 25000 Jahre. Das Gelände der Ruhr-Universität Bochum - Ein ar­chäologischer Rückblick. Beiheft zum 25jährigen Bestehen der Ruhr-Univer­sität Bochum (1990); ders., Vor- und frühgeschichtliche Funde vom Ge­lände der Ruhr-Universität Bochum, Archäologie im Ruhrgebiet 1, 1991 (1993), S. 85-103.

15 Zu K. Brandt vgl. zuletzt M. Flashar, Ruhr-Nachrichten vom 8. Januar 1994.

16 Vgl. Pingel a.a.O. S. 90 mit Anm. 9.

17 Vgl. hierzu und zum folgenden Pingel a.a.O. S. 95 ff.

18 vgl. K. Brandt, Neolithische Sied­lungs-plätze im Stadtgebiet von Bochum (1967).

19 Pingel a.a.O. S. 100 mit Anm. 31 und Abb. 6,2 auf S. 93.

20 Pingel a.a.O. S. 102 mit Anm. 34.

21 Wohnhaft in Bochum-Langendreer; seine Angaben zu Fundort und -um­ständen erscheinen zuverlässig.

22 Hier: verzierte Wandscherbe, ca. 3,5 x 4 cm, Wandstärke 0,6 cm, zwei ge­krümmte doppelte Strichreihen, zu Parallelen siehe N.Bantelmann, Endneo­lithische Funde im rheinisch-westfäli­schen Raum (1982).

23 Zur Rössener Keramik zusammen-fas­send: H. Müller-Karpe, Handbuch der Vorgeschichte II (1968) S. 128 ff.

24 Als Beispiel eines größeren Fund­-komplexes Rössener Keramik vgl. zu­letzt S. Alföldy-Thomas - H. Spatz, Die »Große Grube« der Rössener Kultur in Heidelberg-Neuenheim. Materialhefte zur Vor- und Frühge­schichte in Baden-Württemberg 11 (1988).

25 Vgl. z. B. Alföldy-Thomas a.a.O. Nr. 7 Taf. 2.

26 Vgl. z. B. Alföldy-Thomas a.a.O. Nr.28 Taf. 5.

27 Vgl. K. Brandt, Bilderbuch zur ruhr­ländischen Urgeschichte I (1954) 107 Abb. 130 oben links (Rössener Scherbe vom Hillerberg, Bochum-Hiltrop); D. Raetzel-Fabian, Göttinger Typenta­feln zur Ur- und Früh-geschichte Mit­teleuropas. Neolithikum (1983) Taf. 12 unten Mitte; Spatz a.a.O. 67 Abb. 14,4. 24; 69 Abb. 15, 26. 27. 28 a.

28 Vgl. z.B. Alföldy-Thomas a.a.O. Nr.56 Taf. 8; Nr. 301 Taf. 19 und mehrfach.

29 Raetzel-Fabian a.a.O. Taf. 10, 14; Alföldy-Thomas a.a.O. Nr. 51 Taf. 7.

 

Impressum

Bochumer Zeitpunkte

Beiträge zur Stadtgeschichte, Heimatkunde und Denkmalpflege

Heft 4, Oktober 1996

 

Herausgeber:

Kortum-Gesellschaft Bochum e.V.

Vereinigung für Heimatkunde, Stadt­geschichte und Denkmalschutz

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Redaktion:

Eberhard Brand, Dr. Hans H. Hanke,

Peter Kracht, Andrea Schmidt

 

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