Zwischen Heimatverbundenheit und Staatsräson

 

Die Mitgliedskarten der

Vereinigung für Heimatkunde Bochum e.V.

in den späten zwanziger, dreißiger und vierziger Jahren -

ein Beitrag zur Zeitgeschichte

 

Eberhard Brand

 

Seit Frühjahr 1992 verfügen die Mitglieder der Kortum-Gesellschaft wieder - wie das in der Vereinigung für Heimatkunde in früheren Jahrzehnten gepflegter Brauch war - über Mitgliedskarten.

 

In dezentem Hellgrau gehalten - die neue 1997er Karte ist hellblau -, kaum größer als eine Scheck- oder Telefonkarte, die Abmessungen sind 10,4 cm (B) x 6,0 cm (H), mit der Mitgliedsnummer, dem Namen und der Wohnortangabe versehen, zeigt diese einseitig schwarz bedruckte Karte als einzigen Schmuck unser Signet - das Bochumer Buch - und die vollständige Bezeichnung unserer Gesellschaft: „Kortum-Gesellschaft Bochum e.V. - Vereinigung für Heimatkunde, Stadtgeschichte und Denkmalschutz -“. Ganz klein gedruckt ist noch der Zeitraum der Gültigkeit vermerkt.

 

Ungleich viel aufwendiger und als Träger heimatkundlicher, zum Teil auch staatspolitischer Symbole und Botschaften waren die Mitgliedskarten in den zwanziger, dreißiger und vierziger Jahren gestaltet, die bis in das Kriegsjahr 1943 verausgabt wurden und jeweils für ein Jahr gültig waren.

 

Dem Hörensagen nach hat es Mitgliedskarten schon in den ersten Jahren nach der Gründung unserer Vereinigung am 1. Dezember 1921 gegeben: So weiß Frau Hildegard Schäfer von einer Karte ihres Vaters zu berichten, die für das Jahr 1923 bezeugte, daß der Volksschulrektor Joseph Schäfer „met dobi“ war. Leider ist dieses Erinnerungsstück im Laufe der Zeit verlorengegangen, und so steht der Kenntnis um die Herausgabe jährlicher Mitgliedskarten auch schon in den Anfangsjahren die Gewißheit gegenüber, daß ganz frühe Belegstücke nicht vorliegen und wohl auch kaum noch auftauchen dürften.

 

Das war unsere feste Überzeugung bis vor kurzer Zeit, doch sollte man die Hoffnung bekanntermaßen ja nie ganz aufgeben ... Ausgerechnet Hildegard Schäfers Bruder Alfred entdeckte kürzlich beim Durchforsten seiner „Altertümer“ eine weitere Mitgliedskarte seines Vaters und zwar für das Jahr 1928 und stellte sie am 17. Februar 1997 dem Archiv unserer Gesellschaft zur Verfügung. Ein glücklicher Zufall, der unsere Kenntnisse ergänzt und eine kleine Sammlung weiter vervollständigt, die wir einem anderen, ganz besonderen Umstand zu verdanken haben: Durch den Nachlaß Georg Braumann sind nicht weniger als fünfzehn Mitgliedskarten der Vereinigung für Heimatkunde Bochum auf uns gekommen und zwar in Folge für die Jahre 1930 bis 1943 und 1947.

 

Diese Reihe ist wohl lückenlos, denn in den so stark kriegsgezeich-neten Jahren 1944 bis 1946 hat es offensichtlich keine Mitgliedskarten gegeben. Die erste Nachkriegskarte für das Jahr 1947 sollte auch die letzte dieser Reihe sein: Sie ist in mehreren Exemplaren belegt. Die Mitgliedskarte Georg Braumanns enthält rückwirkend auch einen Vermerk über die Beitragszahlung für das Jahr 1946, ein weiteres deutliches Indiz dafür, daß es eine eigene Karte für 1946 nicht gegeben hat.

 

Auch für 1948 oder die Folgejahre sind keine Mitgliedskarten mehr bekannt, und Herr Ewald Altegoer, noch recht gut vertraut mit den Verhältnissen der frühen Nachkriegszeit, hat vor einigen Jahren auf Anfrage bestätigt, daß es nur diese eine Nachkriegskarte gegeben habe.

 

Statt einer Mitgliedskarte findet sich imNachlaß Georg Braumannfür das Jahr 1948 eine interessante „Sonder“-Beitrags-Quittung, die auf den 2. September 1948 datiert. Gedruckt wurde der Quittungsblock im Mai 1948, nur wenige Wochen vor der Währungsreform vom 20. Juni 1948. Auf dieser Quittung wurde die Bezeichnung „RM“ (Reichsmark) handschriftlich in „DM“ (Deutsche Mark) umgeändert, eine Reaktion auf die inzwischen realisierte währungspolitische Reform in Westdeutschland.

 

Auch diese Quittung dürfte ein eindeutiger Hinweis auf eine geänderte Praxis in der Vereinigung für Heimatkunde sein: Von 1948 an gibt es Beitragsquittungen statt der aufwendigen, jährlich wechselnden Mitgliedskarten. Eine zeitgeschichtlich bemerkenswerte, immerhin etwa ein viertel Jahrhundert gepflegte Tradition findet ihr Ende. –

 

Das früheste vorhandene und kürzlich erst aufgetauchte Exemplar stammt - wie schon erwähnt - aus dem Jahr 1928. Die einseitig bedruckte Hochformatkarte hat eine Größe von 8,9 cm (B) x 11,85 cm (H) und wurde in schwarzer Farbe auf weißlichem Postkartenkarton bei Schürmann & Klagges in Bochum gedruckt.

 

Die Bestätigung der Mitgliedschaft erfolgt - wie in den meisten Fällen - überwiegend auf „Baukumer Platt“: „Här/Freil[ein]. ..... / es füor 1928 met bi dä / Vereinigung / für Heimatkunde / Bochum Stadt und Land“.

 

Darüber, in der oberen Hälfte der Karte, sind im Vordergrund ein Eichenstamm, rechts daneben das alte Bochumer Wappen mit preußischer Mauerkrone und links das westfälische Wappen zu sehen. Den Hintergrund zieren gewaltige Industrieanlagen mit rauchenden Schornsteinen, einem dampfenden Kühlturm und einem Fördergerüst einer Steinkohlenzeche.

 

Diese unsignierte Darstellung, im Original wohl eine Tuschezeichnung, und die Bestätigung der Mitgliedschaft sind eingerahmt durch einen Rand von 7 mm Breite, der mit Bändern und Eichenblättern geschmückt ist.

 

Das nächstfolgende Exemplar ist die Mitgliedskarte von 1930. Die einseitig bedruckte Karte im Querformat hat die Abmessungen 13,2 cm (B) x 7,9 cm (H) und ist in mittelbrauner Farbe auf beigefarbenem Postkartenkarton bei Schürmann und Klagges in Bochum gedruckt worden.

 

Die Bestätigung der Mitgliedschaft lautet: „Här./Freil. / ..... / Es füör 1930 met bi dä / Vereinigung für / Heimatkunde / Bochum“.

 

Auf der linken Seite der Mitgliedskarte ist in graphisch-künstlerischer Gestaltung der „Findling vom Heimatmuseum ‘Haus Rechen’“ abgebildet.

 

Der dazugehörige Text lautet: „Meine Heimat? Fern die Alandinseln hoch im Meer / Mit d. Nordlandeise kam ich einst nach Langendreer / ‘Rapakiwi’, fauler Stein, der Name sitzt mir quer / Rotstein heiß ich lieber. Ich bin zwanzig Zentner schwer: / Achtung vor dem Alter; Heimatliebe trug mich her.“

 

Die Signatur des gestaltenden Künstlers - zwei verschlungene Buchstaben - ist weder genau auszumachen noch zuzuordnen.

 

Anlaß zu der Darstellung bot die seinerzeitige Translozierung und Aufstellung dieses Findlings im Hof des Bochumer Heimatmuseums Haus Rechen wohl im gleichen Jahre. Zu diesem Stein vermerkt Joseph Esser1:

 

„Eine Fundgrube reichen nordischen Geschiebematerials war von jeher der ausgedehnte Sandbezirk am Langendreerer Holz. Aus der Fülle der bisherigen Funde sind in rechter Weise der Nachwelt überliefert worden die wenigen, mäßig großen Geschiebestücke vor dem märkischen Museum in Witten. Von hier stammt auch der jüngste Sproß der Bochumer Findlingsgesellschaft, ein etwa zwanzig Zentner schwerer und ungefähr 1 m : 0,9 m : 0,6 m großer rötlicher Granitblock (Aland-Rapakiwi), der in letzter Zeit den Abbau in der großen Sandgrube bei Krengeldanz (Ecke Hörder-Langen-dreerer Straße) gefährdete und kürzlich in das Vorgelände der mächtigen Abstichwand abgestürzt ist [...]. Er befindet sich jetzt imHofe des Bochumer Heimatmuseums (Haus Rechen).“

 

Nach weitgehender Zerstörung des Hauses Rechen im November 1944 und nach dem Abräumen der immerhin noch bedeutenden Reste in den frühen fünfziger Jahren wird wohl auch der Findling „abgeräumt“ worden sein -, wohin, ist nicht bekannt.

 

Das dritte Stück der Reihe ist die ebenfalls einseitig, in mittelbrauner Farbe bedruckte Mitgliedskarte des Jahres 1931. Sie hat eine Größe von 13,8 cm (B) x 9 cm (H) und zeigt im Querformat rechts die Bestätigung der Mitgliedschaft („Här / Freil. ..... es fuör 1931 met bi dä Vereinigung für Heimatkunde Bochum E.V.“) und links ein Bildnis des Reichsfreiherrn Heinrich Friedrich Karl von und zum Stein, geboren am 25./26. Oktober 1757 in Nassau an der Lahn und gestorben am 29. Juni 1831 auf seinem Alterssitz Schloß Cappenberg bei Lünen in Westfalen.

 

Diese Karte erinnert an Steins 100. Todestag und hat den das Bildnis umrahmenden, künstlerisch gestalteten Text: „INSCHRIFT (STEINS GRABMAL IN FRÜCHT BEI EMS)“ / „+ Der Lüge und des Unrechts / + Feind, hochbegabt in Pflicht und Treue / + unerschütterlich in Acht und Bann / + des gebeugten Vaterlandes ungebeugter Sohn.“ - Künstlersignatur oder Verlagsvermerk sind nicht vorhanden.

 

Motivwahl und Spruch zielen eindeutig auf die Schwere der damaligen Zeit um 1931: Weltwirtschaftskrise, immer noch ansteigende Massenarbeitslosigkeit und politisch höchst instabile Verhältnisse, Spätfolgen der Inflation, der immer noch lastende Druck des Versailler Vertrages und eine wachsende innenpolitische Polarisierung und Radikalisierung - um nur Hauptpunkte zu nennen - zeichnen ein wahrhaft düsteres Bild der Gesamtlage.

 

Die vierte Mitgliedskarte - Querformat, 15,5 cm (B) x 8,1 cm (H), einseitig schwarz bedruckt auf leicht beigefarben getöntem Karton, ohne Signatur und Verlagsvermerk - galt für das Jahr 1932.

 

Die graphisch gestaltete, in klarer Druckschrift gehaltene Mitgliedsbestätigung ist - kräftig umrahmt - auf der linken Seite zu sehen: „Här /Freil. ..... es füör 1932 met bi dä Vereinigung für Heimatkunde Bochum“. Rechts daneben ist der „Stammbaum“ der Stadt Bochum abgebildet, der die drei Eingemeindungsphasen von 1904, 1926 und 1929 zeigt: In vier Wappenschilden der unteren Reihe wird an den Anschluß von Hamme, Wiemelhausen / Grumme und Hofstede im Jahr 1904 erinnert, der Bochum zur Großstadt mit über 100.000 Einwohnern hat werden lassen; darüber fünf Schilde (1926) für Weitmar, Altenbochum / Hordel, Riemke und Bergen. Die oberste Reihe zeigt zehn Schilde (1929) für Langendreer, Gerthe, Harpen, Hiltrop, Linden / Dahlhau-sen, Werne, Laer, Querenburg und Stiepel. Rechts neben dem Stamm ist in einer relativ kleinen Darstellung das Bochumer Wappen mit stilisierter Mauerkrone zu sehen, dem alten Symbol für den Status einer preußischen Landstadt.

 

„Drei Jahre Groß-Bochum“ könnte die Botschaft dieser Karte für das Jahr 1932 lauten, denn ein Blick auf die zehn angeschlossenen Gemeinden des Jahres 1929 zeigt die ungeheure Ausdehnung Bochums im Nordosten, Osten, Südosten und Südwesten; dagegen nehmen sich die Eingemeindungen der Jahre 1904 und 1926 vergleichsweise bescheiden aus.

 

Für 1933 gilt die fünfte Mitgliedskarte unserer Reihe: Einseitig bedruckt, querformatig, 12 cm (B) x 7,9 cm (H) in den Abmessungen, ähnlich aufgebaut wie die Vorjahreskarte, bezieht sie sich thematisch nicht etwa auf die am 30. Januar 1933 erfolgte „Machtergreifung“ Hitlers und der Nationalsozialisten, sondern darauf, daß das Bochumer Kuhhirten-Denkmal seinerzeit 25 Jahre lang auf seinem angestammten Platze stand. Auffällig ist, daß gerade die Kuhhirten-Gedenkkarte ausschließlich in hochdeutscher Sprache und schlichten Druckbuchstaben abgefaßt wurde: „MITGLIEDSKARTE FÜR DAS JAHR 1933 [Name] VEREINIGUNG FÜR HEIMATKUNDE BOCHUM“.

 

Nach einem Entwurf des bekannten Bildhauers August Schmiemann aus Münster, von dem auch das dortige Kiepenkerl-Denkmal vom nördlichen Ende des Prinzipalmarktes stammt, erinnerte das Kuhhirten-Denkmal in Bochum seit 1908 an Fritz Kortebusch, Bochums letzten Kuhhirten, der noch bis in die frühen siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts die Kühe aus der Stadt zur Vöde, der Gemeindeweide, trieb. Diesem Fritz Kortebusch und seinen vielen Vorgängern und mit ihnen der kleinen Ackerbürgerstadt in ihrer vermeintlichen Beschaulichkeit wurde dieses Denkmal einst gesetzt. Sein Ende fand es in den entsetzlichen Wirrnissen des Zweiten Weltkrieges. Einem Mitglied der Vereinigung für Heimatkunde, dem bekannten Lichtbildner und Fotografen Camillo Fischer, ist ein erschütterndes Dokument für den Niedergang der heimatbezogenen Kunst und Kultur im Krieg zu verdanken: Schmiemanns Kuhhirte und die dazugehörigen Bronze-Relief-Platten vom Denkmalsockel stehen - zusammen mit dem alten Graf-Engelbert-Denkmal - auf einem unbekannten Bochumer Gelände und warten auf ihren Untergang in Verschrottung und Kriegsproduktion.

1962 wurde eine geringfügig kleinere Kuhhirten-Plastik auf einem bedeutend kleineren und schlichteren Sockel - geschaffen durch den Bochumer Bildhauer Walter Kruse - in der Nähe des ursprünglichen Standortes wieder aufgestellt, obwohl der alte Denkmalssockel den Krieg überstanden hat und noch verfügbar gewesen wäre.

Die Mitgliedskarte von 1934 reagiert nun auch auf die einschneidenden politischen Veränderungen des Vorjahres: In graphischer Gestaltung zeigt sie - neben der Bestätigung der Mitgliedschaft („Här / Freil. ..... es füör düöt Johr met bi dä Vereinigung für Heimatkunde.“) - das neue Vereinsabzeichen der Vereinigung für Heimatkunde Bochum, verziert mit Ähre und Hammer, den Symbolen für Bauerntum und Industriearbeiterschaft, sowie die Jahreszahl 1934 und den Stadtnamen „Bochum“.

Die querformatige Karte ist einseitig bedruckt, hat die Abmessungen 12,2 cm (B) x 7,8 cm (H) und weist neben schwarzem auch blaugrauen Farbdruck auf. Das Abzeichen auf der linken Seite - zu sehen ist es in seiner ersten Fassung - besteht aus zwei Quadraten, von denen das links oben auf blaugrauem Grund das Bochumer Buch zeigt. Im linken oberen Bereich etwas überlagert zeigt sich das zweite, untere Quadrat, das mit der Inschrift „Volkstum / u. Heimat“ und rechts darüber mit einem Hakenkreuz im Strahlenkranz versehen ist.

Es ist damals für viele Gruppierungen, die sich in der Weimarer Gesellschaft etabliert hatten, schwierig gewesen, das Überleben in den neuen, „gleichgeschalteten“ Verhältnissen zu sichern, und es ist ja durchaus bekannt, daß eine große Zahl unterschiedlichster Gruppen verboten und aufgelöst oder einfach von entsprechenden NS-Organisationen „übernommen“ wurden, da sie es nicht vermochten, aus welchen Gründen auch immer, durch Anpassung und Einordnungden neuen Machthabern Konformität und Anerkennung zu signalisieren, um dafür Duldung, Wohlwollen oder gar Unterstützung zu erhalten.

Die lokalen oder regionalen Geschichts- und Heimatvereine wie deren übergeordnete Verbände wurden auch im nationalsozialistisch beherrschten Deutschland gebraucht und konnten wohl in den meisten Fällen - natürlich personell „gesäubert“ - ohne größere Probleme ihre Existenz wahren, zumal sie nicht im Verdacht standen, „fremdgesteuert“ zu sein, und die Sache, die sie vertraten, nicht gegen den „neuen Geist“ in Deutschland gerichtet war.

Das Vereinsabzeichen der Vereinigung für Heimatkunde Bochum, das die Mitgliedskarte von 1934 abbildet, ist als zeitgenössisches Original noch in zwei Exemplaren bekannt: Eines liegt im Bochumer Stadtarchiv, das andere im Archiv der Kortum-Gesellschaft, eine dankbar entgegengenommene Sachspende von Herrn Ewald Altegoer, der viele Jahre in der Vereinigung für Heimatkunde in wichtigen Funktionen mitgearbeitet hat.

 

 

Die Abmessungen des Originalabzeichens sind 1,3 cm (B) x 2,2 cm (H). Es entspricht in etwa der Darstellung auf der Mitgliedskarte, zeigt also die Bochumer Farben blau und weiß: Das obere Feld ist hellblau, das untere weiß emailliert. Schrift, Hakenkreuz, Strahlenkranz und feldumrahmende Linien sind beim Abzeichen silbern ausgeführt.

 

Das Motto „Volkstum und Heimat“ wurde übernommen vom gleichnamigen „Reichsbund“, der am 27. Juli 1933 gegründet wurde und als einzige von der NSDAP legitimierte Organisation auf dem Gebiet der „Volkstumsarbeit“ galt. Am 5. Oktober 1933 verleibte sich der „Reichsbund Volkstum und Heimat“ den „Deutschen Bund Heimatschutz“ (ab 1937 „Deutscher Heimatbund) ein, dem auch der 1915 gegründete Westfälische Heimatbund als größter von 14 Regionalorganisationen angehörte.

 

Die Vereinigung für Heimatkunde Bochum stand seit ihrer Gründung im Jahr 1921 in enger Beziehung zum Westfälischen Heimatbund und reagierte nun mit ihrem Abzeichen auf die neuen gesamtsituativen Verhältnisse, indem sie das Motto „Volkstum und Heimat“ sowie das Hakenkreuz im Strahlenkranz, das unmißverständlich nationalsozialistische Einflußnahme signalisiert, in das neue Abzeichen übernahm.

 

Die Einordnung in die „neuen Verhältnisse“, die sich für die Heimatbewegung zum Teil mit enorm gesteigerten Teilnehmerzahlen und Wirkungsmöglichkeiten positiv auszahlte, konnte indes nicht ohne Probleme bleiben. Das Autonomiestreben der Heimatschützer wurde immer wieder mit dem ideologischen Führungsanspruch der NSDAP konfrontiert, und nicht immer gelang es der Heimatbewegung, unbeschadet die eigene Sache zu vertreten.

 

Wie prekär zum Teil der Angriff des Systems auf das Selbstverständnis und die Substanz der damaligen Heimatvereine gewesen sein muß, zeigt die bemerkenswerte Geringschätzung der bisher geleisteten Heimatarbeit, die Paul Weigand in seinem Beitrag „Der Kulturwille der Bewegung“2 in kaum noch zu steigernder Weise zum Ausdruck bringt: „Die unter Führung von alten Nationalsozialisten gekommenen Heimatvereine erhielten erst durch eine einheitliche und klare Begründung der Heimatpflege durch den Nationalsozialismus wieder eine befriedigende Begründung, nachdem in der liberalistischen Epoche die Heimatpflege eine Angelegenheit weniger ‘gebildeter’ Einzelgänger, Sammelsportler oder auf alten Töpfen brütende [sic!] Historiker geworden war.“

 

Das Paktieren - sicherlich auch ab und an das jubelnd begrüßte Verschmelzen mit den ideologischen Vorstellungen der neuen Machthaber und das Akzeptieren von Vorgaben und Forderungen - war zum Teil sicherlich ein schwieriger Gang auf schmalem Grat zwischen Absturz in Selbstaufgabe und Anbiederung oder in Verbot und Verfolgung.

 

Dennoch, die Verhältnisse waren höchst komplex und vielschichtig, und mit flotter Feder oder rascher Rede ist der Problematik von Kooperation oder Kollaboration zwischen Heimatbewegung und nationalsozialistischen Instanzen und Funktionsträgern kaum beizukommen.

 

Ein bezeichnendes Beispiel dafür bietet das folgende Zitat aus Karl Ditts Aufsatz „Mit Westfalengruß und Heil Hitler“3: „Mitte 1934 gelang es dem neuen, nationalsozialistischen Führer des Deutschen Bundes Hei-matschutz, dem rheinischen Landeshauptmann Karl-Friedrich Kolbow und dessen Kulturdezernenten Ernst Kühl sowie mit Hilfe Rosenbergs und Goebbels’, den RVH [= „Reichsbund Volkstum und Heimat“] abzuschütteln und aufzulösen. Statt dessen suchte der DHB [recte „DBH“] unter der neuen „Schirmherrschaft“ Alfred Rosenbergs die Zusammenarbeit mit der NS-Kulturgemeinde (NSKG). Danach sollte die Heimatbewegung die praktische Arbeit in der Volkstumspflege und dem Naturschutz übernehmen, die NSKG die Ereignisse aufgreifen und weiter in die Bevölkerung tragen. Das 1935 geschlossene Abkommen sollte die Heimatbewegung politisch absichern und das Wirkungsfeld verbreitern.”

 

Der hier beschriebene Akt der Befreiung von zu starker parteipolitischer Beeinflussung wurde erkauft mit der Bindung an andere Partei- oder parteiabhängige Instanzen, er nutzte die Rivalitäten und persönlichen Eitelkeiten innerhalb der alles andere als homogenen NSDAP-Führung und die großenteils unklar definierten Kompetenzbereiche einzelner, sich teilweise scharf bekämpfender Richtungen innerhalb der Partei aus, um letztlich - durch die Wahl des kleineren Übels - der Sache zu dienen.

 

Diese Überwindung der Abhängigkeit vom „Reichsbund Volkstum und Heimat“ führte in Bochum dazu, daß die Vereinigung für Heimatkunde - belegt für die Zeit ab 1936 - ihr Vereinsabzeichen änderte: Statt „Volkstum u. Heimat“ lautete die Devise der zweiten Fassung des Abzeichens nun „Heimat u. Reich“, womit man einerseits das Motto des Westfalentages in Münster von 1933 und den Titel der Monatshefte für westfälisches Brauchtum aufgriff, andererseits daran erinnern wollte, daß Bochum „ein Stück vom deutschen Vaterlande ist“ (Ibing).

 

Von dieser zweiten Fassung („Heimat und Reich“) gibt es eine Reihe von Literaturbelegen bzw. anderen gedruckten Zeugnissen ab 1936. So spricht etwa der „Vereinsführer“ Max Ibing im Vorwort zu der 1936 herausgegebenen Schrift „1921 - 1936 / 15 Jahre Heimatdienst der Vereinigung für Heimatkunde Bochum“ vom „Losungswort in unserem Abzeichen ‘Heimat und Reich’“. Auch die späteren Mitgliedskarten zeigen ausschließlich das Vereinssignet in seiner zweiten Fassung. Ein Original-Abzeichen der Vereinigung für Heimatkunde in der zweiten Fassung („Heimat und Reich“) konnte bis auf den heutigen Tag nicht aufgefunden werden. Für unser Archiv suchen wir weiterhin nach einem solchen Belegstück.

 

Die Mitgliedskarte für 1935 ist im Hochformat ausgeführt, einseitig bedruckt und hat eine Größe von 10,0 cm (B) x 13,2 cm (H). Das vorliegende Exemplar wurde offensichtlich an der Unterkante beschnitten; die ursprüngliche Höhe mag etwa 14,5 cm betragen haben.

 

Während die obere Hälfte die Bestätigung der Mitgliedschaft („Här / Freilein ..... es füör 1935 met dobi.“) bildet, zeigt die untere Hälfte eine Ansicht der Wasserburg Haus „Kemnade a.d. Ruhr“ von Süd-Westen. Die Federzeichnung ist signiert mit „Sackmann / 35“. Dahinter verbirgt sich das Mitglied der Vereinigung für Heimatkunde Gerhard Sackmann, von Profession Berufschul-lehrer und Graphiker. Gerhard Sackmann hat nachweislich ab 1928 bereits „geologische Wanderungen“ im Rahmen der Programmarbeit durchgeführt, 1936 war er als Beirat Mitglied des „Vereinsführerrates“, er hat die Mitgliedskarten der Jahre 1935, 1936, 1937, 1938, 1943 und 1947 gestaltet, und er war Mitunterzeichner der ersten Nachkriegssatzung der Vereinigung für Heimatkunde Bochum am 20. November 1952.

 

Zu Haus Kemnade sei angemerkt, daß die Wasserburg, deren Geschichte mindestens bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht, für unseren Raum herrschaftsgeschichtlich einige Bedeutung aufweist. Die Burg liegt - wie auch die Höhenburg Blankenstein - heute auf Hattinger Gebiet, beide Burgen wurden im Jahr 1921 von der Stadt Bochum gekauft. Kemnade beherbergt heute einen Großteil der heimatgeschichtlichen Bestände Bochums, steht also gewissermaßen in der Nachfolge von Haus Rechen als Bochumer Heimatmuseum.

 

1936 wurden die Olympischen Spiele in Berlin durchgeführt. Dieser Anlaß bildet auch das Motiv für die Mitgliedskarte von 1936, wobei eine Abbildung der Berliner Olympiaglocke, die im Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation gegossen wurde, den heimatkundlichen Bezug herstellt.

 

Die einseitig schwarz bedruckte Karte mit den Abmessungen 14,6 cm (B) x 8,0 cm (H) hat Querformat und ist auf weißlichem Karton ausgeführt. Die Bestätigung der Mitgliedschaft („Här / Freilein ..... es met dobi.“) erstreckt sich rechts über etwa 2/3 der Karte. Das linke Drittel zeigt den Druck einer Federzeichnung der „die Jugend der Welt“ rufenden Glocke, die im Original einen Durchmesser von 2,80 m, ein Gewicht von 9.635 kg hatte und den Ton „E“ läutete. Die Zeichnung zeigt die Signatur „Sackm.“, stammt also von Gerhard Sackmann.

 

1936 brachte die Vereinigung für Heimatkunde Bochum e.V. die zuvor bereits erwähnte Schrift „1921 - 1936 / 15 Jahre Heimatdienst ...“ heraus. Als bezeichnend für die spürbare Einwirkung der neuen, nationalsozialistisch geprägten Verhältnisse auch auf die Vereinswelt kann eine begriffliche Änderung gelten, die auch von der Vereinigung für Heimatkunde vollzogen werden mußte: gab es seit der Gründung im Jahre 1921 einen „Vereinsvorstand“, „Vorsitzende“, „stellvertretende Vorsitzende“, „Schriftführer“, „Schatzmeister“ und „Beisitzer“, so galten - nachweislich ab 1936 - dem nationalsozialistischen „Führerprinzip“ entsprechende neue Bezeichnungen: Der Vorstand hieß nun „Führerrat“, der Vorsitzende „Vereinsführer“. Der Schriftführer wurde zum „Schriftwart“, der Schatzmeister zum „Kassenwart“; d.h. der Führer-Begriff war jetzt so definiert, daß es einen „Schriftführer“ nicht mehr geben durfte...

 

Die Mitgliedskarte von 1937 fällt eindeutig aus dem bisher gewohnten Rahmen: Sie ist eine Doppelkarte im Hochformat, in den Abmessungen 21,9 cm (B) x 14,4 cm (H), in der Mitte gefalzt, beidseitig schwarz bedruckt auf weißlichem Karton.

 

Die Vorderseite der Doppelkarte trägt den Text „Vereinigung für / Heimatkunde // Bochum 1937“, die zweite Seite (links innen) zeigt das von Gerhard Sackmann gezeichnete Brustbild von Heinrich Johann Friedrich (Andrej Ivanovic) Graf Ostermann im Harnisch und mit Allongeperücke. Am Umhang trägt er auf der rechten Schulter den Stern des Andreas-Ordens, der ihm am 1. Januar 1727 verliehen wurde4. Als Vorlage für seine Zeichnung diente Sackmann ein zeitgenössischer Kupferstich aus Bochumer Museumsbeständen.

 

Anlaß für die Ehrung Ostermanns war dessen 250. Geburtstag, zu entnehmen dem Text der zweiten Seite: „Vor 250 Jahren / wurde in Bochum geboren der große Staatsmann / [Abbildung] / Graf Ostermann / Kaiserlich Russischer Staatsminister wie / auch Reichs=Vizekanzler und Großadmiral.“

 

Seite 3 (rechts innen) enthält in der oberen Hälfte die Mitgliedsbestäti-gung für das Jahr 1937: „Här. / Freilein ..... es met bi dä Häime-frönne.“

 

Darunter folgt eine Information zur Biographie Ostermanns: „Heinr. Johann Friedrich Ostermann wurde am 9. 7. 1687 in Bochum als Sohn des ev. Pfarrers Joh. Konr. Ostermann und der Magdalena Witgenstein verwitw. Dr. Sölling geboren. Er studierte in Jena Rechtswissenschaft, mußte wegen unglücklichen Gebrauchs seines Degens fliehen und kam über Holland nach Rußland in die Dienste Peters des Großen. Sein Diplomaten-Meisterstück machte er mit dem Nystadter Frieden. 1723 wurde er Vizekanzler und damit ein Hauptlenker der inneren und äußeren Staatsgeschäfte Rußlands. 1730 wurde er in den Grafenstand erhoben. Er nahm zwar den russischen Vornamen Andreas an, blieb aber seiner ev. Religion allzeit treu. Während der vielfachen russischen Thronwirren wußte er sich geschickt zu behaupten. ‘Er war vorsichtig und kühn, je nach den Umständen, und entsagte den Intriguen am Hofe, um sich die Leitung des Staates zu erhalten’, sagte Friedrich der Große von ihm. 1740 schloß er mit Preußen einen Freundschaftsvertrag auf 20 Jahre. Nach dem Staatsstreich der Elisabeth, der Tochter Peters des Großen, wurde er 1741 zum Tode verurteilt, aber zur Verbannung nach Sibirien begnadigt. Seine Gemahlin Marfa Streschnew folgte ihm in die Verbannung. Am 31. 5. 1747 starb er in Beresow. ‘Die große russische Staatsmaschinerie beruhte größtenteils auf ihm; er war der einzige Unbestechliche.’(Lefort)“

 

Ostermann, dessen Großvater Johann lutherischer Pfarrer in Bochum war, der 1655 die erste evangelische Kirche (die heutige Pauluskirche) bauen, später vollenden und einweihen konnte, Ostermann ist neben Carl Arnold Kortum - beide sind weitläufig miteinander verwandt - die wohl berühmteste Bochumer Persönlichkeit.

 

Der Aufrichtigkeit halber sollte zu seinen biographischen Notizen im vorgenannten Text ergänzt werden, daß sich hinter der euphemistischen Formulierung „wegen unglücklichen Gebrauchs seines Degens“ tatsächlich nichts anderes verbirgt, als die „blutige Tat eines trunkenen [jugendlichen] Hitzkopfes5, die der Vater Johann Conradt Ostermann als lutherischer Pfarrer zu Bochum selbst von der Kanzel abkündigen mußte und die die Familie des Totschlag-Opfers, es „war der soeben examinierte und gerade die Heimreise antretende Student Gerhard Friedrich Borgerding aus Hannover“6, zeitlebens nicht verziehen und entschuldigt hat. Aus diesem Grund war es dem später so mächtigen Ostermann auch stets verwehrt, seine Heimatstadt Bochum noch einmal aufzusuchen ...

 

Angemerkt sei schließlich noch, daß zum gleichen Anlaß des 250. Geburtstages 1937 und nach der gleichen Kupferstichvorlage auch der damals junge Bildhauer Erich Schmidt(-bochum) seine berühmte Ostermann-Büste geschaffen hat, die im Bochumer Rathaus noch heute vor den Ratssälen zu sehen ist.

 

Die vierte (=Rück-) Seite der Doppelkarte trägt die Abbildung des neuen Vereinsabzeichens in der zweiten Fassung („Heimat und Reich“) in den Abmessungen 3,3 cm (B) x 3,8 cm (H).

 

Die Mitgliedskarte des Jahres 1938 ist ebenfalls eine Doppelkarte im Hochformat - 21,0 cm (B) x 14,9 cm (H) -, beide Seiten sind schwarz bedruckt auf weißlichem Karton und mittig gefalzt. Seite 1 zeigt das Vereinsabzeichen in der zweiten Fassung, darunter die Bezeichnung „Vereinigung für / Heimatkunde“.

 

Seite 2 nennt den Anlaß: „Vor 100 Jahren am 7. März / wurde Dr. Carl Otto geboren“. Darunter folgt eine Brustbild-Portraitzeichnung Dr. C. Ottos von Gerhard Sackmann mit einer faksimilierten Unterschrift des Jubilars und der Information: „Ein heimischer Bahnbrecher für / neuzeitliche Kokerei“.

 

Seite 3 enthält in der oberen Hälfte die Bestätigung der Mitgliedschaft für das Jahr 1938: „Füör dat Johr 1938 Hes ..... met bi dä Häime-frönne“. In der unteren Hälfte folgt ein Informationstext zum Jubilar: „In der Geschichte der Kokerei und der Nebengewinnungsanlagen wird der Name Dr. Otto immer ein besonders hochklingender bleiben. Im Sommer 1872 erhielt Dr. Carl Otto die Erlaubnis zur Anlage einer Fabrik für feuerfeste Steine in Dahlhausen a.d. Ruhr. Schon am 1. Mai 1873 gelangten die ersten feuerfesten Steine zum Versand. Die ersten Dr.Otto-Koksöfen wurden 1876 auf „Helene“ bei Altenessen und auf „Dannenbaum II“ in Altenbochum gebaut, die ersten 10 Koksöfen mit Nebengewinnungsanlagen 1881 auf „Holland“ in Wattenscheid. Damals war man über Wert und Absatzmöglichkeit der Nebenerzeugnisse noch recht geteilter Meinung. Als Dr. Otto am 31. 11. 1897 starb, zählte man in Deutschland schon über 10.000 Otto-Öfen. Dr.Otto-Anlagen kamen mehr und mehr zu Weltruf und tragen zu Glanz und Ehre des deutschen Namens in allen Industrieländern der Erde außerordentlich bei. Im Weltkrieg half uns Dr. Ottos Werk in besonderer Weise beim Durchhalten. Aus der Bedeutung für die heutige Volkswirtschaft kann es nicht mehr weggedacht werden.“ Seite 4 trägt den Aufdruck „Bochum 1938“.

 

Die letzte „Friedens“-Mitgliedskarte ist die des Jahres 1939. Sie ist wieder als hochformatige, mittig gefalzte Doppelkarte ausgeführt und hat die Abmessungen von 21,1 cm (B) x 14,9 cm (H); beidseitig bedruckt ist sie schwarz auf weißlichem Karton.

 

Seite 1 zeigt groß die Jahreszahl „1939“, in der unteren Hälfte „Vereinigung für / Heimatkunde / Bochum“.

 

Die Innenseiten 2 und 3 präsentieren zwei alte Möbelstücke: (links) „Ein Kleiderschrank in unserem Heimatmuseum“. Erläuternd folgt: „Der schöne Eichenschrank stand bis zum Weltkrieg auf einem alten Stiepeler Hofe. Er ist Zeugnis bodenständiger Renaissance mit Barockeinschlag. Besonders gefällig geben sich die beiden geschnitzten Türen mit der feinen Linienführung und den Spiralen. Die ...“

 

Auf Seite 3 steht in der oberen Hälfte die Bestätigung der Mitgliedschaft: „Et es met bi dä Häimefrönne ..... füör dat Johr 1939“. Darunter wird der Text der 2. Seite fortgesetzt: (Die) „... Verbindung der Rankenstränge der Mitte bringt ein Vogel. Bemerkenswert ist auch das Vogelnest in der Simsmitte. Es scheinen überhaupt alte Vorstellungen vom Vogel als Heilsbringer mitzuspielen. - Ein sehr ähnlicher Schrank ist abgebildet in: Ludorff, Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Hattingen.“

 

Die Abbildung darunter zeigt eine Flachdeckeltruhe, „eine Sonnentruhe in unserem Heimatmuseum“, mit dem Begleittext: „Die alte Eichentruhe, bäuerliche Werkarbeit, zeigt auf der Vorderwand zwei große Sonnen. ‘Daß zwei Jahreshälften zwei Sonnen haben - eine steigende und eine sinkende - ist mythischer Schau naheliegend.’ (von Zaborsky, Urväter Erbe)“7.- Der zaghafte Tribut an den „Zeitgeist“ ist hier schwerlich zu übersehen: „Völkisch-mythische Sinndeutung“ etabliert sich mit dem Anspruch auf Gleichwertigkeit, ja oft auch auf Überlegenheit neben nüchternem wissenschaftlichem Zugriff, ein immer wieder - zum Teil auch in deutlich überzogenen Formen - anzutreffender Zug nationalsozialistischer Auffassung von Wissen-schaftlichkeit.

 

Auf Seite 4 ist das Signet der Vereinigung für Heimatkunde in der zweiten Fassung und den gewohnten Abmessungen wiedergegeben; darunter steht der werbende Hinweis: „Heimatdienst ist auch der / neu erschienene 4. Band des / Bochumer Heimatbuches!“

Darunter - sehr klein gedruckt - steht die Verlagsangabe: „SCHÜRMANN & KLAGGES, BOCHUM“.

 

1940 geht der Weltkrieg in das zweite Jahr. Die Mitgliedskarte dieses Jahres unterscheidet sich äußerlich wenig von ihren Vorläufern. Es ist wieder eine Doppelkarte im Hochformat, sie hat die Abmessungen 21,2 cm (B) x 14,8 cm (H), ist mittig gefalzt und doppelseitig schwarz bedruckt auf weißlichem, leicht gehämmertem Karton.

 

Die Vorderseite (1) ist bedruckt mit „Vereinigung für / Heimatkunde // Bochum 1940“ und dem kleingedruckten Papierbewirtschaftungsvermerk „H/0137“. Die Initiale „V“ des Wortes Vereinigung ist stärker verziert als die übrigen (Fraktur-)Buchstaben.

 

Die Gestaltung der linken Innenseite (2) reagiert unübersehbar auf die durch den Krieg veränderten Verhältnisse: Sie trägt in kalligraphischer Schrift eine Opfer-Parole Adolf Hitlers, die absolut nichts mehr mit individuellem „Heimatdienst“ im Bochumer Raum zu tun hat.

 

Erstmalig diktiert pure Staatspropaganda die thematische Ausgestaltung einer Mitgliedskarte der Vereinigung für Heimatkunde Bochum. Das Jahr 1940 ist eine Zeit gleißender militärischer Erfolge: ein unheimliches Zugreifen der deutschen Wehrmacht auf riesige fremde Staatsgebiete und die alle Welt - auch die Deutschen - verblüffenden „Blitzsiege“ prägen die gesellschaftliche Situation in Deutschland und in Bochum ebenso wie die Nachrichten über erste eigene leidvolle Verluste. Hierauf bezieht sich nun das Hitler-Zitat: „Je entschlossener und / je härter wir alle die / Opfer auf uns nehmen, / die ein solcher Krieg mit / sich bringen mag, um so / sicherer werden wir jenen / Frieden erringen, den / unser Volk erstrebt. // Adolf Hitler“.

 

Die rechte Innenseite (3) zeigt in der oberen Hälfte die Mitgliedsbestätigung „Frau / Här /Freilein ..... / es füör dat Johr 1940 / met bi dä Häimefrönne“, in der unteren das Vereinssignet in der zweiten Fassung und in den gewohnten Abmessungen. Seite 4 ist völlig unbedruckt.

 

1941 - im dritten Kriegsjahr - ist die Mitgliedskarte auch wieder eine gefalzte Doppelkarte, diesmal im Querformat mit den Abmessungen 29,7 cm (B) x 10,5 cm (H). Sie ist beidseitig schwarz bedruckt auf weißem, gehämmerten Karton.

 

Die Vorderseite (1) zeigt den Aufdruck „Vereinigung für / Heimatkunde // Bochum 1941“ in kalligraphischer Schrift, ausgeführt wie im Vorjahr.

 

Die Rückseite (4) trägt das Vereinssignet in der zweiten Fassung und den bekannten Abmessungen.

 

Die Innenseiten 2 und 3 zeigen wieder ein Hitler-Zitat links und die Bestätigung der Mitgliedschaft rechts: „Bi dä Häimefrönne es / Frau / Här / Freilein ..... / Bochum / füör dat Johr 1941 met dobi“. Die ganz von nationalsozialistischer Staatspropa-ganda bestimmte Durchhalte-Parole des Jahres 1941 trägt - wenn auch in entstelltem und entstellendem Sinn - dem Heimatgedanken Rechnung: „Heroismus / ist nicht nur auf dem / Schlachtfelde notwendig, / sondern auch auf dem Boden / der Heimat // Adolf Hitler“.

 

Der menschenverachtende und menschenvernichtende Eroberungskrieg der deutschen Seite rief menschenverachtende und men-schenvernichtende Reaktionen der Gegner Deutschlands hervor: 1941 setzten die massenhaften Bombardierungen deutscher Großstädte ein, wobei die Bombardierer von der Auffassung ausgingen, durch massiven Luftterror gegen die deutsche Zivilbevölkerung könne man diese „zermürben“ und von Hitler und dem nationalsozialistischen Regime trennen.

 

Es ist nur allzu bekannt, daß das Gegenteil dessen erzielt wurde, was der britische Kriegspremier Churchill mit seiner mörderischen Bomberpolitik zu erreichen suchte: Hitlers Propaganda konnte den alliierten Luftkrieg gegen die deutsche Zivilbevölkerung in fataler Weise nutzen, um die Deutschen - nun auf Gedeih oder Verderb - in die Abhängigkeit einer nationalsozialistisch bestimmten „Endsieg“-Politik zu zwingen.-

 

Der unselige „Sinnspruch“ des Jahres 1941 kündigt offensichtlich bereits diese beklagenswerte Entwicklung an, in deren Folge unsere Stadt mit nahezu 1000 Luftalarmen, Hunderten von „kleineren“ und „mittleren“ sowie einem reichlichen Dutzend „schwerer“ und „schwerster“ Luftangriffe überzogen wurde. –

 

Die querformatige, doppelseitig schwarz bedruckte Mitgliedskarte des Jahres 1942 hat etwa Postkartenformat: 14,8 cm (B) x 10,5 cm (H).

 

Die Vorderseite zeigt rechts in der kalligraphischen Gestaltung der Vorjahre den Vereinsnamen, darunter die Bestätigung der Mitgliedschaft „Frau / Här / Freilein ..... es füör 1942 met dobi“. Links unten ist das Vereinssignet in der zweiten Fassung und in den bekannten Abmessungen zu sehen sowie kleingedruckt der Organisations- und Papierbewirt-schaftungsvermerk „H/0137“.

 

Die Rückseite trägt in der rechten oberen Ecke einen „Opfer- und Durchhaltespruch“ Friedrichs des Großen: „Es wird dies Jahr stark und scharf / hergehen, aber man muß die Ohren / steif halten, und jeder, der Ehre und / Liebe vor dem Vaterlande hat, muß / alles dran setzen.“

 

Der Großteil der Rückseite erinnert mit einer unsignierten graphischen Darstellung und einem Informationstext an das vierhundertjährige Bestehen der Westfälischen Berggewerk-schaftskasse zu Bochum. Sie „... ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Ruhrbergbaus. Sie kann auf eine 400jährige Tradition zurückblicken. Sie hat die Aufgabe, in ihrem Bezirk zur Hebung und Förderung des Bergbaus sowie zur Unterstützung derjenigen Anlagen und Unternehmen beizutragen, die allen oder mehreren Bergwerken zum Vorteil gereichen. Dazu gehören u.a. die Ausbildung des gesamten bergmännischen Nachwuchses einschließlich der Grubenbeamten sowie verschiedene bedeutende Forschungsabteilungen. Das Bergbaumuseum, ein im Aufbau befindliches Gemeinschaftsunterneh-men mit der Stadt Bochum für den gesamten deutschen Bergbau, sowie das Geologische Museum haben eine überragende Bedeutung erlangt.“

 

Es fällt auf, daß heimatkundliche und gemeinschaftsbetonende Bezüge an Gewicht gewinnen;die ausgesprochen massive Staatspropaganda, die sich in den beiden Hitler-Zitaten der vorausgehenden Mitgliedskarten der Vereinigung für Heimatkunde in den Jahren 1940 und 1941 so unverhohlen manifestiert hatte, zeigt sich allenfalls noch indirekt und deutlich verhaltener. Für eine Durchhalte-Parole - auf eine solche wollte man offensichtlich (noch) nicht verzichten - wird mit Friedrich dem Großen die historische Distanz gewählt. Der Raum, den der Sinnspruch einnimmt, ist deutlich verringert, die Parole selbst gerät fast zur Nebensache, das Hauptthema „400 Jahre Westfälische Bergewerkschaftskasse Bochum“ dominiert.

 

Die postkartenähnliche Mitgliedskarte des Jahres 1943 ist auch doppelseitig schwarz bedruckt und querformatig, sie hat die Abmessungen 14,6 cm (B) x 10,4 cm (H). Auf der Vorderseite rechts oben ist das übliche Vereinssignet in der zweiten Fassung zu sehen - an dieser Stelle wirkt es wie eine Postkartenfrankatur ... -, links daneben, die Vereinsbezeichnung in der auch in den Vorjahren benutzten Form. Die untere Hälfte enthält die Bestätigung der Mitgliedschaft: „Frau / Här / Freilein ..... / Bochum / es füör dat Johr 1943 met bi dä Häimefrönne“.

 

Kleingedruckt gibt es noch den erweiterten Organisationsvermerk „H/0137/0379“, der auf einen wachsenden Bewirtschaftungsgrad sowie wachsende Materialknappheit hindeutet, eine Annahme, die auch durch die schlechte, stark holzhaltige Papierqualität gestützt wird.

 

Die Rückseite erinnert an „Jacob Mayer / Begründer des Bochumer Vereins / k 1. Mai 1813 in Dunningen / = 30. Juli 1875 in Bochum“. Dieser Text ist in der rechten oberen Hälfte plaziert; darunter ist zu lesen: „Im Frühjahr 1843 begann der Bau der Gußstahlfabrik Mayer & Kühne, aus der 1854 der für unsere Heimatstadt so bedeutende Bochumer Verein erwuchs. Von hier begann 1850 Mayers geniale Erfindung, der Stahlformguß, den Siegeslauf über die ganzeWelt.“ Die linke Seite zeigt ein Portrait Jacob Mayers mit faksimilierter Unterschrift in einer Federzeichnung von Gerhard Sackmann.

 

Diese letzte Kriegskarte der Vereinigung für Heimatkunde läßt die massive Staatspropaganda der Jahre 1940 und 1941 vollends hinter sich. Eine Mischung aus lokalen und überregionalen, primär aber heimatkundlich bestimmten Aspekten dominiert. Lediglich die Formulierung „Siegeslauf über die ganze Welt“ zeigt indirekt noch Bezüge zu dem schlimmen Kriegsgeschehen der Zeit: die Niederlage von Stalingrad im Winter 1942/43 markiert ganz eindeutig die militärische Wende, die letztlich zur Niederlage der deutschen Wehrmacht an allen Fronten führen sollte.

 

Deutlich wird: je härter die Existenz- und Überlebensbedingungen für die in vieler Beziehung so übermäßig hart drangsalierte Bevölkerung werden, desto „neutraler“, „heimatkundlicher“ werden die Mitgliedskarten der Vereinigung für Heimatkunde. Die 1943er Karte ist hinsichtlich des ideologisch-propagandistischen Gehalts durchaus vergleichbar zum Beispiel mit den Vorkriegskarten der Jahre 1936 bis 1939. –

 

Wie schon erwähnt, stellt die Vereinigung für Heimatkunde Bochum e.V. die Ausgabe von jährlichen Mitgliedskarten mit dem Jahr 1943 - wohl gezwungenermaßen - ein. Gefördert und verwirklicht wurden offenbar nur noch kriegswichtige Maßnahmen und Projekte und solche, die eine große propagandistische Breitenwirkung garantierten. Die Mitgliedskarten der Vereinigung für Heimatkunde zählten gewiß weder zu der einen noch zu der anderen Kategorie. –

 

Auch die kaum zu beschreibende Not der ersten Nachkriegszeit ließ verständlicherweise keinen Raum für ein Vereinsleben in friedenszeitlichen Bahnen. So verwundert es nicht, daß es 1945 und 1946 keine Mitgliedskarten gegeben hat.

 

Erst mit der Jahresmitte 1947 gab es wieder eine neue Mitgliedskarte der Vereinigung für Heimatkunde: auf qualitativ sehr schlechtem Papier, doppelseitig, überwiegend schwarz, aber auch blau bedruckt, hochformatig, etwa in Postkartengröße: 10,4 cm (B) x 14,9 cm (H).

 

Die Vorderseite trägt unter der in schlichter Frakturschrift ausgeführten Vereinsbezeichnung - in hochdeutscher Sprache - die Bestätigung der Mitgliedschaft: „Frau/Fräulein/Herr / ..... / in ..... / ist für 1947 mit bei den Heimatfreunden!“

 

Mit Ausnahme des Jahres 1933 wurde die Mitgliedschaft stets auf „Baukumer Platt“ bekundet, diese sympathische Eigentümlichkeit wurde also nach dem Zweiten Weltkrieg abgeschafft; ob das auf Geheiß britischer Zensoren oder aus eigenem Antrieb erfolgte, ist heute wohl nicht mehr festzustellen. - Eine weitere Neuerung der 1947er Karte ist das blau ausgeführte Linienfeld für den „fälschungssicheren“ Namenseintrag. Aufschlußreich ist auch die Zensur- und Papierbewirtschaftungs-Angabe: „BAC 5.1474/300, 5.47.Kl A“: 300 Exemplare wurden von den britischen Kontrollbehörden genehmigt und im Mai 1947 gedruckt.

 

Die Rückseite erinnert thematisch an „Hundert Jahre Bahnverbindung Bochum“. Über dieser fettgedruckten Zeile ist auf Schienen ein altertümliches „Dampfroß“ mit Kohlenwagen und einem menschengefüllten Personenwaggon vor einer Haltestelle mit Glocke abgebildet. Diese Zeichnung ist signiert, auch sie stammt aus der Feder Gerhard Sackmanns.

 

Die untenstehenden Erläuterungen sind hellblau gedruckt: „Schon früh wurde das Westfälische Industriegebiet durch die Köln-Mindener Bahn an das neu entstehende Verkehrsnetz der Deutschen Eisenbahnen angeschlossen. Am 15. Mai 1847 erhielt Bochum den Anschluß. Die Bahnlinie lief nördlich von Bochum und hatte eine Haltestelle auf Herner Gebiet.“

 

Völlig entideologisiert erinnert diese Karte an ein wirtschafts- und gesellschaftspolitisches Ereignis von seinerzeit großer Bedeutung für unsere Stadt: einerseits ist Bochum mit der Köln-Mindener Bahn an das preußisch-deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen, andererseits bleibt die Tatsache, daß diese damals so wichtige Eisenbahnlinie Bochumer Boden gar nicht berührte und daß man eine Haltestelle etliche Kilometer nördlich, jenseits des Herner Stadtzentrums, hinnehmen mußte. Doch diese Einschränkung schien 1947 - zur 100. Wiederkehr des Ereignisses - in der weitgehend zerstörten Stadt Bochum niemanden mehr aufzuregen ...

 

Mit der Karte von 1947 endet eine bemerkenswerte Tradition, denn - wie schon erwähnt - ersetzen in der Folgezeit schlichte Beitragsquittungen die aufwendig gestalteten jährlichen Mitgliedskarten der Vereinigung für Heimatkunde Bochum e.V.

Die gegenwärtig gültige, eher funktional-schlichte Mitgliedskarte wurde bereits eingangs beschrieben: sie ist auf hellblauem Karton einseitig schwarz bedruckt und ist gültig vom 1. April 1997 bis zum 31. März 2002.

 

 

 

Anmerkungen

1 Bochum - Ein Heimatbuch, 3. Band, 1930, hrsg.für die Vereinigung für Heimatkunde von Bernhard Kleff; darin: Joseph Esser, Denkmäler der Eiszeit in der Bochumer Landschaft ( S. 89-104), S. 90 .

2 in: Volk und Kultur im Gau Westfalen-Süd, Westfalen-Verlag G.M.B.H., Dortmund, o.J., S. 111f.

3 in: Anti-Modernismus und Reform, Beiträge zur Geschichte der deutschen Heimat-bewegung, Hrsg. Edeltraud Klueting, Wissen-schaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1991, S. 206.

4 Vgl. dazu Harm und Edeltraud Klueting, Heinrich Graf Ostermann / von Bochum nach St. Petersburg / 1687-1747; Bochum 1976, S. 48f.

Weitere Arbeiten zu Ostermann sind u.a.: Bernhard Kleff, Graf Ostermann; in: Bochum / ein Heimatbuch, 4. Band, hrsg. im Auftrag der Vereinigung für Heimatkunde, Schürmann & Klagges, Bochum 1938, S. 5-41; Günther Höffken, Vom Geburtshause des Grafen Ostermann; daselbst, S. 42-48;

Gisela Wilbertz, Heinrich Graf Ostermann / 1687-1747 / Zur 300. Wiederkehr seines Geburtstages, Bochum 1987.

Im Jahr 1997 - dem 250. Todesjahr Ostermanns - fanden in Bochum eine Reihe von Aktivitäten zu Ostermann statt.

5 H. und E. Klueting, Heinrich Graf Ostermann ..., a.a.O., S. 21.

6 H. und E. Klueting, Heinrich Graf Ostermann ..., a.a.O., S. 21.

7 Oskar von Zaborsky-Wahlstätten, Urväter Erbe in deutscher Volkskunst; in: Deutsches Ahnenerbe, Berlin; bei: Koehler & Amelang, Leipzig 1936, Kap. 7: „Das gespaltene Haupt, die beiden Sonnen und das Odal“ (S. 43-51). Das vollständige Zitat auf der Seite 47 lautet: „Daß zwei Jahreshälften zwei Sonnen haben - eine steigende und eine sinkende, wie Janus ein junges und ein altes Haupt hat - ist mythischer Schau naheliegend.“

 

Impressum

Bochumer Zeitpunkte

Beiträge zur Stadtgeschichte, Heimatkunde und Denkmalpflege

Heft 5, Mai 1998

 

Herausgeber:

Kortum-Gesellschaft Bochum e.V.

Vereinigung für Heimatkunde, Stadt­geschichte und Denkmalschutz

Graf-Engelbert-Straße 18, 44791 Bochum

Tel.: 0234/581480

 

Redaktion:

Eberhard Brand, Dr. Hans H. Hanke,

Gerhard Kaufung, Peter Kracht

 

Druck:

A. Budde GmbH

Berliner Platz 6 a, 44623 Herne

 

Verlag:

Peter Kracht 2 Verlag

Limbeckstraße 24, 44894 Bochum

Tel.: 0234/263327

ISSN 0940-5453